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Italien.
und das westliche Becken des Mittelmeeres umfasst (vgl.
§ 46). Erstere wird von der Geschichte erst spät, am Schluss des
Alterthums, berührt; letzterer, und besonders Italien, wird der
Schauplatz der Geschichte, nachdem die Völker am Ostbecken des
Mittelmeeres (Aegypter, Phönikier, Hellenen) ihre selbständige Ent¬
wickelung vollendet haben. In Italien wieder erhebt sich in den
beiden letzten Perioden der alten Geschichte ein städtisches Gemein¬
wesen, Rom, nach und nach zur Herrschaft über die westlichen,
dann auch über die Östlichen Mittelmeervölker, und wird so das
Centrum dieser späteren Geschichte.
§ Ul.
Italien.
I. Strabo V. Polybios ir, 14—17. Plinins, historia natur. III, XXXVII. Dion.
Hai. I. 36.
II. Männert, Geogr. der Gr. u. Römer. Nürnb. 1788—1825. A. Forbiger, Handbuch
d. a. Geographie. G. A. v. Klöden, Handb. der Erdkunde, ß. II.
Italien1) ist eine langgestreckte Halbinsel, die von N. nach
S., vom 46°—38° n. Br. und von NW. nach SO., vom 25 — 36°
Östl. L., läuft und die, wie Griechenland den Peloponnes, so ihrer¬
seits die Insel Sicilien (38 — 37° n. Br. und 30 — 33° östl. L.)
zur Fortsetzung hat. Sie zerlegt das mittelländische Meer in ein
westliches und östliches Becken. In ihrer ganzen Länge wird sie
durchzogen vom Apennin, der im Col di Tenda sich von
den Westalpen abzweigt, im Allgemeinen bis zum Monte Fal-
terone eine südöstliche Richtung verfolgt und so das übrige Italien
von der fruchtbaren Po - Ebene2) scheidet, die schon einen mehr
continentalen Charakter trägt. Deswegen wurde dieser Zug im
Alterthum überhaupt als die Nordgrenze Italiens betrachtet. Der
Apennin wendet sich dann gegen S. mit geringer Neigung gegen 0.,
bis er zuletzt in ganz südlicher Richtung durch Lucanien und
Brettien zieht und im Cap Spartivento endigt, während die, im
Cap di Leuca endigende südöstliche Halbinsel, in ältester Zeit
Messapia genannt und später in die Landschaften Apulien und
Calabrien getheilt, im Allgemeinen flach ist. Der Apennin er¬
reicht im Hochlande der Abruzzen, im Gran Sasso d’Italia
(c. 9000'), seine bedeutendste Höhe und fast Alpencharakter. Nach
0., zum Adria-Meere3), hat er steile Abfälle, nur kurze, reissende
Flüsse und lässt nur eine geringe Küstenentwicklung zu; die
apulische Ebene im S. ist fruchtbar, aber ohne Hafenplätze. Im
W. lagern sich dem Hochzuge des Apennin breite Vorberge vor,
der Subapennin, auf den Höhen mit trefflichen Weiden, mit
Ackerlande in den Thälern. Hier gehen die Flüsse, der Arnus,
Tiber, Liris (Garigliano), Vulturnus mit längerem Lauf zum
*) Ueber den Namen Dion. Hai. I, 35. Ausserdem: Verg. Aen. I, 530 ff.
2) Strabo 212. 3) mare superum.