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Die orientalischen Völker.
4. Periode: Von Augustus bis zum Untergange des
weströmischen Kaiserreiches, 476 n. Chr. Beide letztere
Perioden umfassen also, was oben unter III. begriffen ist. Im Fol¬
genden wird die erstgenannte Eintheilung zu Grunde gelegt werden.
I. Die orientalischen Völker.
Heeren, Ideen. B. I, 3. Abth. Schlosser, B. I, 3. Abth. B. Duncker, B. I u. TI.
(II enthält die arischen Völker). 4. Aufl. 1875. Stuhr, Beligionssysteme d. heidn.
Völker. Berlin 1836. (B. I. enthält die allgem. Gesch. der Beligionsformen d. heidn.
Völker). E. Both, die ägypt. u. zoroastrische Glaubenslehre. 1846. Max Müller,
Einl. in die vergl. Beligionswiss. 1875. Lenormant, Manuel de l’histoire ancienne de
l'Orient, 1868, in deutscher Bearbeitung von M. Busch, Leipz. (ohne Jahreszahl:).
§ 8.
Asien als Heimat des Menschengeschlechts.
Herder, Ideen zur Gesch. d. Menschheit, bes. Buch 6 u. 10. C. Bitter, Erdkunde. 11 Th.
in 20 Bänden.
Die ältesten Erinnerungen der Menschheit weisen uns auf das
Morgenland (den Orient) als die Heimat des Menschengeschlechts,
und zwar auf das innere Hochasien, die Länder am Hindu¬
kusch (der Paropamisus, Caucasus Indiens der Alten) in
zweiter Linie auch auf das Hochland von Armenien und so¬
mit auf das vordere Asien. Hier finden sich die, den Menschen
begleitenden Hausthiere und die ihm nöthigen Halm- und Baum¬
früchte wild und von der Natur gegeben. Hier ist das Clima
gesund und milde, gleichweit entfernt, den Menschen verkümmern
oder verweichlichen zu lassen; von liier aus weisen grosse Flufs-
thäler, Euphrat und Tigris, Amu und Sir, Indus und Ganges, ja
Jantzekiang und Hwangho, kräftige, zum Wandern und Erobern
bereite Stämme hinaus in Ebenen, die für die Cultur besonders
geeignet*sind. Von hier wenigstens sind, fast ausnahmslos, die
Cultur Völker (§ 5) ausgegangen, an deren Geschicke sich der
Gang der Weltgeschichte anknüpft.
§ 9.
Biblische Ueberlieferung.
I. Genesis, cap. I—XI. Commentar von Tuch.
II. Herder, Ideen etc. B. 10 der Werke. Kurtz, Gesch. d. alten Bundes.
Gegen Morgen, so erzählt auch die Bibel, die älteste und
heiligste Geschichtsurkunde, die wir haben, pflanzte Gott der Herr,
nachdem er die Welt und das erste Menschenpaar erschaffen1), den
Garten Eden (das Paradies2). Und als dies durch die in die
Welt kommende Sünde3) verloren war, breiteten die Menschen sich
aus in vielen Geschlechtern4), bis Schuld und Frevel überhand
*) Genesis 1. 2) Gen. 2. 3) Gen. 3. 4) Gen. 4—5.