Zwei Helden Friedrichs des Großen.
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6er Preußen entschieden wurde nn6 das österreichische Heer sich
zurückziehen mußte.
König Friedrich bewahrte dem wackeren Manne große Dank¬
barkeit. Im zweiten schlesischen Kriege trat jedoch eine Trübung
des guten Einvernehmens zwischen König und General ein. Da
Schwerin sich nicht mit allen Anordnungen Friedrichs einverstanden
erklären mochte, nahm er noch während des Krieges seinen Ab¬
schied und lebte als Privatmann teils auf seinen Gütern in
Pommern, teils in Berlin, ohne jemals mit Friedrich zusammen¬
zukommen.
Als die 10 glücklichen Friedensjahre sich ihrem Ende näherten
und alles darauf hindeutete, daß bald wieder ein großes Ringen
der Völker beginnen werde, vermochte jedoch der greise Held —
er war damals bereits über 72 Jahre alt — die Ruhe nicht länger
zu ertragen. Er ließ sich eines Tages beim Könige in Sanssouci
melden. Dieser gab zunächst keine Antwort, sondern ergriff seine
Flöte und ging einigemale im Zimmer auf und ab. Endlich legte
er die Flöte beiseite, steckte den Degen an und befahl: ,,Der
Feldmarschall mag hereinkommen!“ Im Vorzimmer hörte der
Kammerhusar, wie das Gespräch zwischen dem Könige und
Schwerin immer lauter ward, endlich so heftig, daß ihm anfing
bange zu werden. Bald aber legte sich der Sturm; die Unter¬
redung ward wieder ruhiger, endlich ganz leise. Die Tür öffnete
sich. Schwerin verneigte sich mit heiterer, zufriedener Miene ehr¬
furchtsvoll gegen den König, und dieser sagte mit gütigem Tone:
,,Euer Exzellenz essen zu Mittag bei mir!“ Was in jener Stunde
in dem Zimmer des Königs gesprochen wurde, hat niemand er¬
fahren. Das aber weiß die Welt, daß Schwerin bald darauf wieder
an der Spitze preußischer Truppen stand und mit altgewohnter
Tapferkeit diese zum Siege führte.
Es war im zweiten Jahre des Siebenjährigen Krieges, als
der König kurz vor der Schlacht bei Prag in der Nähe dieser
Stadt mit ihm zusammentraf. Während die preußischen Kolonnen
aufmarschierten, ritten beide, begleitet vom General-Adjutanten
Winterfeldt, vor, um mit ihren Fernrohren die Stellung der eine
Stunde von ihnen entfernten Österreicher zu besichtigen. ,,Der
Angriff ist schwierig, sehr schwierig“, bemerkten die Generale.
„Schwierig, aber nicht unmöglich“, erwiderte der König, „und
er muß sofort unternommen werden!“ Vergebens deutete Schwerin
darauf hin, daß seine Truppen seit Mitternacht auf den Beinen