106 Mittlere Geschichte.
Die Magyaren 924. Der Waffenstillstand. 2. Anlegung von Burgen: „der Städte-
Das Kriegswesen. Die Kämpfe gegen die Slaven »28 —932. Die
Schlacht bei Merseburg 933. Mark Schleswig 934. Heinrich'S Tod 936.
^ L ..A? h[v. le£e der deutschen Karolinger ^) im Jahre 911 gestorben
K« ? ft, d-S Reiches den Herzog Äontab den I. von
- Franken ) (911—918) zu ihrem Könige. Als dieser seinen Tod nahe fühlte,
empfahl er den Sachsenherzog Heinrich als den würdigsten zur deutschen
Krone. Nachdem nun der edle König das Zeitliche gesegnet hatte, begab
, . sich sem Bruder Eberhard mit den Reichskleinodien nach dem Harz, um
Heinrich I. sie dem Herzog Heinrich, der sich dort aus seinen Gütern aufhielt, zugleich
919—"S f""er Huldigung zu überbringen. So ging das deutsche Königthum
-vom Stamme der Franken auf den Stamm der Sachsen über. — Die"
Sage berichtet, Eberhard habe den Sachsenherzog auf der Jagd gefunden,
m rt, Vogelfang beschäftigt war, und davon haben ihm die
Der Bogel-Geschtchtschretber jener Zeit den Beinamen des Vogelstellers oder
CV otwHcrS gegeben. Billiger aber hätte man ihn den Großen nennen
Tüllen. Denn er erhob das unter den letzten Karolingern gesunkene deutsche
<v ... m weniger als zwanzig Jahren zur ersten Macht der Christenheit.
qiq rx. ®6er§arb berief (919) die fränkischen Großen nach Fritzlar 3), wo
iy- sich auch Heinrich in Begleitung der sächsischen Großen einfand. Er er-
tnnerte die Versammelten an Konrad's letzten Willen und freudig ward
Heinrich von Allen als König begrüßt. Da trat der Erzbischof von
Mamz hinzu, den neuen König zu salben; aber Heinrich sagte: „Es ist
mir genug, daß ich aus meinem Volke zuerst zur königlichen Würde ge-
langt bin; euer Salböl hebt für Würdigere auf, für mich ist diese Ehre
zu groß." Noch aber war der neue König erst von Franken und Sachsen
anerkannt; bald jedoch wußte er auch die Herzöge von Schwaben und
noo11®6" ®fltern Zur Unterwerfung zu nöthigen und ihre Freundschaft zu gewinnen;
' Ia es gelang ihm sogar, Lothringen 4) zum deutschen Reiche zu bringen (923).
A c, ,Jpaum Hatte Heinrich aus diese Weise seine Herrschaft befestigt, als
gji rat dte Ma gyaren, ein wildes Volk, das aus Asien kommend, sich in Un-
• garn niedergelassen hatte, ihre Einfälle in Deutschland (924) wiederholten.
Gräuel, vor denen das menschliche Gefühl schaudert, erzählen die Zeitgenos¬
sen von diesen fürchterlichen Feinden. Sie sollen das Fleisch der Erschla¬
genen verzehrt, ihr Blut getrunken, Menschen gebraten, Kinder den Armen
ihrer Mütter entrissen und vor ihren Augen zerhackt und zerschmettert haben.
.i) Die deutschen Karolinger (843—911) sind: Ludwig der Deutsche 843—876,
Karl der Dicke 876—887, Arnulf 887—899, Ludwig das Kind 899—911. (Kur¬
sus 2. S. 108—111.) • ö V
J9 Die H erzo gsw ürd e, die Karl der Große durch Einsetzung von Grafen
(S. 100.) beseitigt hatte, war unter den Karolingern wieder aufgekommen. — Ueber
Konrad den I. von Franken: Kursus 2. S. III. 112. Vergl. auch Kursus 3.S. 127.
3) Fritzlar, Stadt in Hessengau an der Eder (S. 93. Anm. 1.); jetzt in
der preußischen Provinz Hessen.
4) Das deutsche Reich umfaßte damals die genannten fünf Herzogthümer:
(vergl. S. 92. Anm. 2.) Schwaben, Baiern, Franken, Sachsen, Lothringen. —
Lothringen war der nördliche Theil von dem Erbe Lothar's (S. 102. Anm. 2.),
während der südliche Theil das Königreich Burgund bildete. Das Herzogthum
Lothringen grenzte im Osten an die Herzogthümer Schwaben, Franken und
Sachsen, nordöstlich an Friesland; im Westen reichte es bis jenseits der Maas.