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du bist in gutem Schutz bei mir,
auch nehm' kein Mietgeld ich von dir,
Platz ist ja für uns beide!“
3. Das Spätzlein dankt und baut sich an;
der Storch hat ihm kein Leid getan
und hat ihn nicht verstoßen.
So wohnten beide lange Zeit
in Frieden und in Einigkeit,
der Kleine bei dem Großen.
46. Der Fuchs und der Storch. von Wilhelm Curtman.
84 lehrreiche Geschichten für Kinder. Neue durchgesehene Ausgabe.
Gießen o. I. S. 50.
Der schadenfrohe Fuchs schickte einmal seinen Bedienten zu
dem Herrn Storch und ließ ihn zum Mittagessen bitten. Der
Storch ließ eine Empfehlung sagen, und er werde sich mit Ver¬
gnügen einfinden. Weil nun der Storch dachte: Der Fuchs ist ein
reicher Herr, der wird gewiß etwas Gutes auftischen, so frühstückte
er gar nicht, um desto besseren Appetit zum Mittagessen mitzu¬
bringen.
Aber was geschah? Als der Storch ankam, wurde er mit
großer Höflichkeit empfangen und an die schön gedeckte Tafel
geführt. Auch stand auf derselben wirklich sehr kostbare Krebs¬
suppe und vortreffliche Rahmbrühe nebst süßem und mit Zimt
bestreutem Brei, aber alles dies nicht in Schüsseln, sondern auf
ganz flachen Tellern. Auch war weder Fleisch noch Brot noch
Löffel zu sehen. Das kam dem Storch kurios vor; denn mit
seinem langen Schnabel und seiner kurzen Zunge konnte er
weder etwas schlürfen noch lecken. Jetzt fing der Fuchs an ein¬
zuladen und zu nötigen und hatte seinen Spaß an der Verlegenheit
des hungrigen Storches, und um ihn noch mehr zu ärgern, nahm
er selbst einen Teller nach dem andern vor sich und schlürfte
und leckte alles rein auf. Und dazwischen sagte er zu seinem
Gast: „Ei, ei, Herr Vetter, ist Ihnen denn gar nichts gefällig?
Sie sind doch nicht blöde? Oder haben Sie etwa zu Hause
schon etwas Besseres gespeist? Machen Sie es doch wie ich, und
greifen Sie zu!“ Der Storch, der wohl sah, daß er angeführt
war, schwieg still und ging nach Hause, als wenn gar nichts vor¬
gefallen wäre.