2 Naturgeschichte. III 
Noch wichtiger als der Birnbaum ist der Apfelbaum. Er kommt in unsern Wäl— 
dern noch wild vor (Holzäpfel!), besitzt aber eine breite Krone. — Dort ist auch der Süßkirsch— 
baum noch wild anzutreffen. Seine Blüte ist der des Birn- und 
Apfelbaumes ganz ähnlich. Der Fruchtknoten steht aber frei im Grunde 
des kelchförmigen Blütenbodens und entwickelt sich zu der bekannten 
Steinfrucht. Die andern bei uns angebauten Steinobstarten, näm— 
lich die Sauerkirsche, die Pflaume und die Swetsche, die Aprikose 
und die Pfirsiche, sind aus Asien zu uns gekommen. 
2. Die Hundsrose. 
Blüte vom Rirschbaume, 
ngedhshaitlen, 1. Kosenhecke. An Waldrändern, in Gebüschen und an 
ähnlichen Orten bildet die wilde oder Hundsrose oft große hecken. 
Das Gewirr von Stämmen und ästen ist umso undurchdringlicher, als besonders die jungen 
Triebe, aber auch die Mittelrippen der Blätter und die Blütenstiele dicht mit Stacheln 
besetzt sind. Diese stechenden, hakenförmig herabgebogenen Auswüchse der Rinde verwehren 
den Weidetieren und andern Pflanzenfressern, von den grünen Teilen zu naschen. älteren 
Stämmen fehlt die Schutzwehr; sie sind durch die harte, trockene Rinde genügend geschützt. 
— An den Zweigen finden sich häufig die wie mit Moos umkleideten Rosen- oder 
Schlafäpfel. Sie sind durch den Stich der Rosengallwespe entstanden und beherbergen 
die Larven dieses Insektes. 
2. Das Blatt besteht aus einer langen Mittelrippe und fünf bis sieben eirunden, ge— 
zähnten Blättchen. Von ihnen stehen sich je zwei und zwei gegenüber wie die Strahlen einer 
Feder. Das Ende der Mittelrippe dagegen wird von einem einzelnen oder unpaaren Blätt⸗ 
chen eingenommen: das Blatt ist unpaarig gefiedert. Am Grunde des Blattes finden 
sich zwei Nebenblätter, die mit der Mittelrippe verwachsen sind. An jungen Zweigen 
umfassen sie das nächst jüngere Blatt; zwischen dessen Nebenblättern ist wieder das nächst 
jüngere geborgen u. s. f. Auf diese Weise werden die inneren, sehr zarten Blätter durch 
die äußeren, schon mehr erstarkten geschützt. Die jungen Fiederblätter sind gefaltet und 
zusammengelegt (ogl. mit Koßkastanie). 
3z. Blüte. An den Blüten erkennen wir den Bau der Birnblüte deutlich wieder. Wir 
finden einen krugförmigen Blütenboden, der mit einem gelben, fleischigen Ringe abschließt, 
und der fünf Kelch⸗ 
blätter, fünf rosa— 
farbene Blumen— 
blätter und viele 
Staubblãätter 
trägt. In der höh— 
lung des Blütenbodens 
stehen zahlreiche Frucht— 
knoten, deren Griffel durch 
die öffnung des „Kruges“ 
ins Freie treten und dort zu 
hundsrose. hellgelben Narben an— 
Blühender Zweig und längsdurchschnittene Blute. schwellen. Gegen Abend 
schließt sich die Blüte (. 69), so daß der wertvolle Blütenstaub gegen Regen und 
Tau wohl geschützt ist. 
87—
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.