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und das Beil des Henkers schwebe schon über der Schuldigen
Häuptern! — Bis h sicher hatte der Verleumder seine Fassung
bewahrt, nun aber übermannte ihn Bestürzung; er zitterte, wie
erfaßt von Todcsschauern und — verstummte. — Da vernichtete
ihn vollends der auf ihn fallende, schrecklich drohende Blick des
Königs: „Bischof! — rief dieser ihm in fürchterlichem Tone zu
— das eurer Verbrechen ist voll. Was euch hier wider¬
fahrt, soll eure Macht, sie zu Haufen, vernichten. Ich würde
euch auf das Blutgerüste führen lassen, wollte ich der Nache des
Ewigen vorgreifen. Aber ich stoße euch aus der Versammlung
meiner Edeln und brandmarke euch, öffentlich, in meinem ganzen
Reiche und unter allen rechtschaffenen Menschen zum Betrüger,
Verleumder und Schurken. Ein sicheres Geleit wird euch über
Ungarns Grenzen hinauswerfen; jeder Schritt zurück führt euch
zum Tode."
Der sächsische P r i n z e n r a u b.
Unter Kaiser Friedrich III., dessen schwache Regierung
(v. Rotteck nennt sie „ein Zuschauen vom Throne herab")
Ruhestörern aller Art freien Spielraum gab und das Recht
ohne Stütze ließ, erhoben sich in Deutschland auch die ver¬
derblichen Befehdungen mit erneueter Wuth — nicht bloß zwischen
Standen und Standen, sondern selbst zwischen Innungen und
Dienerschaften, wider sich selbst, sowie wider Städte oder Fürsten.
Unter den bedeutenderen Händeln in dieser Epoche zeichnet sich,
sowohl durch Ungewöhnlichkeit, wie durch Kühnheit, keine Bege¬
benheit so aus, als der Raub der beiden sächsischen Prinzen
Ernst und A l b r e ch t durch den Ritter Kunz v o n Ka u fu n g e n,
veranlaßt durch einen Krieg zwischen Friedrich dem Sanft-
müthigen, Churfürsten von Sachsen, und dessen Bruder W i l-
helm, beides Söhne Churfürst Friedrich des Streitbaren.^)
*') Während des Hussitcnkricges erlosch die Sachsen - Wittcnbcrgisehe oder
churfürstliche Linie des Hauses Askanicn. Obwohl Sachsen - Lauenburg,
der gemeinschaftlichen Abkunft wegen, die Nachfolge ansprach, verlieh