12 Übergang zur neuen Zeit.
Columbus' Heimkehr.
Nachdem noch andere Inseln aufgefunden waren, wie
Euba und Haiti, deren tropischer Pflanzenwuchs Columbus
entzückte, trat er im Januar 1493 die Rückreise an. Es
war ein Winter, in welchem furchtbare Orkane tobten. Wie
durch ein Wunder entging Columbus dem Untergange. Noch
zuletzt durch einen Sturm au die Küste von Lissabon der-
schlagen, lief er erst am 15. März im Hafen von Palos ein.
Er begab sich sogleich nach Barcelona, wo eben König Fer-
dinand und Jsabella weilten, und feierte dort den schönsten
Triumph seines Lebens.
Columbus' fernere Schicksale.
Bis dahin war Kolumbus noch immer der Meinung,
daß er den östlichen Rand von Asien berührt habe. Erst
als die Entdeckungen weiter gingen und das Festland von
Amerika gefunden war, erkannte man den Irrtum. Columbus
selbst machte noch drei Fahrten nach dem neuen Weltteil.
Aber sein Lohn entsprach nicht der Größe seiner Verdienste.
Er mußte so schwer als irgend jemand den Undank der
Welt erfahren. Bei dem königlichen Hofe von Spanien fiel
er durch Neider und Verleumder dergestalt in Ungnade,
daß er im Jahre 1500 in Ketten nach Spanien zurückgeführt
wurde. Zwar wandte sich ihm bald wieder die Gunst des
Königspaares zu; er wurde mit neuen Auszeichnungen über-
häuft. Aber das Gedächtnis der erlittenen Kränkung haftete in
seinem Gemüt und trübte seine übrigen Jahre. Columbus
starb fast in Armut am 20. Mai 1506 zu Valladolid mit
den Worten: „In deine Hände, Herr, befehle ich meinen
Geist." Seine Gebeine wurden zuerst nach Sevilla, später
nach St. Domingo, endlich 1796 nach Habana auf Euba
gebracht.
Wirkungen der Entdeckung Amerikas.
Die Entdeckung Amerikas erzeugte in der alten Welt
eine fieberhafte Aufregung. Der ganze Strom habsüchtiger
und goldgieriger Europäer wandte sich dem neuen Erdteile
zu und machte ihn bald zum Schauplatz roher Unmenschlich-
keit. — Im europäischen Völkerverkehr trat eine völlige Um-
wälzung ein. Die großen italischen Städte am Mittelmeer
und die von ihnen aus belebten Binnenstädte verödeten.