Deutschland.
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wachsender Breite u. Hohe von der Eider bis an die deutsche Ostgrenze
hin, um sich jenseits derselben fortzusetzen, u. zeichnet sich durch eine
Menge von Seen (s. S. 91) und über seine Oberfläche zerstreute große
und kleine Felsstücke u. Geschiebe, so wie auch durch bessere Bebauung
vor dem ersteren aus. Die Küsten der Nordsee sind niedriges Marsch¬
land, das durch Deiche gegen Überschwemmungen geschützt wird
(ein eingedeichtes Stück Land heißt Koog); daran schließt sich im S.
aus der linken Seite der Weser höher liegendes kahles, sandiges Heide¬
land (die sogen. Geest), abwechselnd mit ausgedehnten Torfmooren
(z. B. dem Bourtanger Moor u. dem Saterland zu beiden
Seiten der Ems); an der Lippe sind äußerst fruchtbare Eoenen (Soestec
Börde), eben so ist der Boden an der untern Elbe (hier, wie an
der Weser u. einigen anderen Flüssen Flußmarschen) u. zw. der Lüne¬
burger Heide u. dein Harz sehr ergiebig u. gut bebaut. Die Gestade
der Ostsee sind mit Ausnahme der Flußniederungen sandig und un¬
fruchtbar. Am S.-Abhange des nördlichen Landrückens zieht sich eine
zum Theil sumpfige tiefe Bodensenke hin, welche die Bildung von
Seen < Havel- u. Spree-Seen) und künstliche Flußverbindungen be¬
günstigt hat. Weiter südlich ist der Boden im O. der Elbe außer den
fruchtbaren, tiefen und breiten Stromthalern sandig, hier u. da mit
großen Nadelholzwaldungen bedeckt, sonst dem Anbau wenig günstig. An
der Spree sind weite, mit Wald bestandene Sumpsflächen (Spreewald).
Das Klima läßt sich im allgeineinen nach der gegebenen Be¬
schreibung des Bodens bestimmen. In der nördl. Eoene ist die Luft,
da das Land den NW.- u. N. -Winden offen liegt, feuchter u. rauher,
als in dem Berglande Mitteldeutschlands. Oberdeutschland hat trotz
seiner südlicheren Lage in Folge seiner Höhe niedrigere Wärme als
die tieferen Gegenden der Mittelgebirgslandschaften; doch ist das obere
Rheinthal u. die österreichische Ebene durch besondere Milde des Klima's
ausgezeichnet. Während auf den hohen Alpensirsten u. Alpengipfeln
beständiger Winter thront, weht in den Thälern des Südabhanges
der Alpen schon italiänische Luft, die das Gedeihen von Südfrüchten
begünstigt.
Die Produkte s. in der Beschreibung der einzelnen deut¬
schen Länder.
Einwohner. Die bevölkertsten Gegenden sind das Königr.
Sachsen, der preuß. Regierungsbezirk Düss.Idorf, Rheinhessen u. der
württemd. Neckarkreis (8 — 9000 M. auf 1 □ M.); die schwächste
Bevölkerung haben Salzburg, Tirol, Kärnlhen, Pommern, Mecklen¬
burg, ein großer Theil von Hannover u. Oldenburg ;bis 1800 M.
herab auf 1 □ M.). Der Abstammung nach werden außer den
eigentlichen Deutschen gezählt: üb. 7 M>U. Slawen (in Öster¬
reich, Sachsen u. Preußen), e. 60,000 Wallonen u. Franzosen
(in der Pfalz, in Rheinpreußen, Luxemburg u. in mehreren Städten
Norbdeutschlands), üb. 400,000 I t aliä n e r lim südl. Tirol u. im
österr. Küstenlande), e. 500,000 Juden (vorzügl. in Böhmen, Mäh¬
ren, Schlesien, den Rheinlanden, Bayern, so wie in den meisten
Handelsstädten), 5000 Griechen u. Armenier u. geg. 500 Zigeuner
(vornehml. in SO.). Der Sprache und dem Charakter nach sind