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aus der Welt zu schaffen, doch suchte er der brutaleu Gewaltthat bat
Scheiu eines Rechtsverfahrens zu geben.
Auf unparteiischem, leidenschaftlosem, rechtlichem Wege, so hieß es
daher, müsse über das Schicksal der Gefangenen entschieden werden; des-
halb ließ König Karl Richter und Rechtsgelehrte aus mehreren Teilen
des Reiches nach Neapel kommen, welche untersuchen und bas Urteil
fällen sollten. Ieber von ihnen, bas hoffte er, werbe ber Anklage bei-
stimmen, „Konrabin sei ein Frevler gegen bie Kirche, ein Empörer und
Hochverräther an seinem rechtmäßigen Könige unb gleich allen seinen
Frennben unb Mitgefangenen bes Tobes schnlbig." Als bie Richter
biefe Anklage hörten, erschraken sie sehr, wagten aber, bei* wilden Grau¬
samkeit des Königs eingedenk, lange nicht ihre entgegengesetzte Anficht
unverhohlen darzulegen. Da trat endlich Guido von Snzara hervor nnd
sagte mit lauter und fester Stimme: „Konradin ist nicht gekommen als
ein Räuber oder Empörer, fondern im Glauben und Vertrauen auf fein
gutes Recht. Er frevelte nicht, indem er versuchte, sein angestammtes
väterliches Reich durch offenen Krieg wieder zu gewinnen; er ist nicht
einmal im Angriff, sondern ans der Flucht gefangen, unb Gefangene
schonenb zu behanbeln, gebietet göttliches, wie menschliches Recht." Er-
ftaunt über biefe unerwartete Erklärung, wanbte ber König, bas niedrige
Geschäft eines Anklägers selbst übernehmend, hiegegen ein, daß Konradins'
Leute sogar Klöster angezündet hätten; — worauf aber Guido ungeschreckt
erwiderte: „Wer kann beweisen, daß Konradin und seine Freunde dies
anbefohlen haben? Ist nicht Ähnliches von andern Herren geschehen?
Und steht es nicht allein der Kirche zu, über Vergehen wider die Kirche
zu urteilen?" Alle Richter, bis auf den unbedeutenden, knechtisch ge-
sinnten Robert von Bari, sprachen jetzt Konradin und seine Gefährten
frei, welches preiswürbige Benehmen inbes ben König so wenig zur
Mäßigung unb Besonnenheit zurückbrachte, baß er vielmehr in ver-
doppelter Leibenfchaft jeben Schein von Form unb Recht selbst zerstörte
unb, jener einzelnen Knechtesstimme folgenb, aus eigener Macht das
Todesurteil über alle Gefangenen aussprach.
Als Konradin diese Nachricht beim Schachspiel erhielt, verlor er
^e Fassung nicht, sondern benutzte, gleich seinen Unglücksgefährten, die
wenige ihnen gelassene Zeit, um sein Testament zu machen und sich mit
Gott durch Beichte und Gebet auszusöhnen.
Unterdes errichtete man in aller Stille das Blutgerüst dicht vor der