Full text: Von der Zeit Karls des Großen bis zum Westfälischen Frieden (Teil 2)

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Von der Entdeckimg Amerikas bis zum Westfälischen Frieden. 
Freund Melanchthon verfaßt und wird die Augsburgische Konfession 
genannt. Alle Einigungsversuche blieben erfolglos. 
Die allgemeine Kirchenversammlung wurde 1545 zu Trient in 
Tirol eröffnet. Die Anhänger der neuen Lehre beschickten sie nicht, weil 
die Mehrheit der Stimmberechtigten doch ihre Gegner seien. Das Konzil 
entschied die umstrittenen Punkte im Sinne der alten Kirchenlehre, stellte 
die Glaubenssätze der katholischen Kirche genau fest und gab Vorschriften 
über die Ausbildung und strengere Zucht der Geistlichkeit. 
Da an eine Wiedervereinigung der beiden Religionsparteien nicht zu 
denken war, kam nach vielen Streitigkeiten im Jahre 1555 zu Augs- 
bürg der endgültige Religionsfriede zu stände. Es wurde den Reichs- 
fürsten des katholischen und des Augsburgischen Bekenntnisses 
Religionsfreiheit zugestanden. Die Unterthanen dagegen erhielten 
dieses Recht noch nicht. Diese hatten nur die Wahl,' die Religion ihrer 
Landesherren anzunehmen oder ihr Hab und Gut zu verkaufen und aus- 
zuwandern. Das hier den Fürsten verliehene Recht, die Religion ihrer 
Unterthanen zu bestimmen, hatte große Härten im Gefolge. Wenn ein 
Fürst seine Religion wechselte, mußten die Unterthanen ihm folgen oder 
auswandern. Die einzelnen Länder des Reiches erhielten dadurch aller- 
dings ein gleiches Bekenntnis, je nachdem die Fürsten der katholischen 
oder der lutherischen Lehre angehörten. In Norddeutschland wurde 
die lutherische, in Süddeutschland die katholische Religion vor- 
herrschend. 
Die religiösen Streitigkeiten in Deutschland hatte der König von 
Frankreich benutzt, um die deutschen Städte Metz, Tonl und Verduu 
in Besitz zu nehmen. 
Auch in außerdeutschen Ländern trennten sich viele von der alten Kirche. 
In Zürich erhob sich der Pfarrer Ulrich Zwingli, in Genf Johannes 
Calvin gegen die Lehre der katholischen Kirche. Beide fanden Anhänger. 
Ihre Lehren stimmten weder untereinander, noch mit der Lehre Luthers überein. 
Im deutschen Reiche wurde den Anhängern Zwinglis und Calvins durch den 
Augsburger Religionssrieden keine Glaubensfreiheit zugestanden. 
Dänemark, Schweden und Norwegen traten der Augsburgischen Kon- 
session bei. England siel von der katholischen Kirche ab und bildete eine 
Kirche für sich, uud in allen andern Ländern fand die neue Lehre, wenn 
auch zunächst vereinzelt, Eingang. 
Karl Y. ,/f-f ^ > 
Nach Maximilians Tode wurde dessen Enkel Karl Y. gewühlt. Von 
seiner Mutter Johanna, der einzigen Tochter Ferdinands und Jsabellas 
von Spanien, hatte er das Königreich Spanien und die für Spanien 
entdeckten Länder in Amerika geerbt. Sein Vater, Philipp von Österreich,
	        
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