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Gläser zusammenklingen. Es wurden nun nach Verlauf von
last anderthalb Jahren1) mit ihm in Frankfurt wieder meh¬
rere recht fröhliche Wochen verlebt. Er war die ganze Zeit
dieses seines dortigen Verweilens ungewöhnlich hell und heiter
und auch seiner Y\ eise nach sanft. Wenn vieles auch nicht
nach seinem Wunsch geraten war, konnte er sich doch fast
wie ein siegreicher Triumphator fühlen; er war auch dadurch
glücklich, daß er sein altes Nassau mit eignem Weib und
Kindern eben einige Tage wiedergesehen hatte. —
Das Jahr 1814 lief schon gegen den Herbst abwärts, die
Heere der \ erbündeten zogen über den Rhein wieder gegen
Osten; auch die Kanzlei der Zentralverwaltung und ihre Ge¬
schäfte wurden geschlossen und abgeschlossen. Von dem
freilich, was Stein mit dem Entwurf und Anfang dieser
Zentralverwaltung gemeint hatte, war zwar leider wenig
erreicht worden, aber doch war viel Gutes durch sie getan
und bewirkt. Das Beste, was sie bewirkt hat, war die Wir¬
kung, die sie auf die Meinung und den Glauben des Volks
gehabt hat; das Beste des Menschen ist ja immer sein Glau¬
ben und Denken. Es dämmerte nach einem fünf Jahrhunderte
langen, traurig durchschnarchten, starren Schlaf bei den
Deutschen allmählich der Morgentraum von der Wiederauf¬
erstehung eines deutschen Volkes und Reiches auf. Wir pack¬
ten also in Frankfurt ein, und jeder einzelne ging nach Hause
an seinen Ort! Stein zu den Seinigen nach Nassau, um von
da später nach Wien2) zu gehen.
Stein war jetzt allerdings wieder in seinem Vaterlande,
hatte die Freude des Sieges über den alten Reichsfeind, den
Franzosen, gekostet, konnte im Hausschatten und Haus¬
frieden seines Ahnenschlosses in Nassau sitzen und wieder
nach Mainz, Köln und Aachen fahren, ohne daß ihm fran-
*) Vielmehr etwa s/4 Jahr.
2) Zum Kongreß.