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verfolgen, unb bei seinem Tobe (1072) befonb sich bas Erz¬
bistum in unaufhaltsamem Verfall.
Auch ber Norben entzog sich balb ber kirchlichen Ab¬
hängigkeit von Hamburg-Bremen. Als roährenb bes Jn-
vestitursireites Erzbischof Liemar, ber Nachfolger Abalberts,
treu zu Heinrich IV. hielt, erlangten bie bänischen Könige
vom Römischen Stuhle leicht bie Trennung ihrer Kirche von
Deutschland unb im Jahre 1104 würbe für ben Norben ein
eigenes Erzbistum zu Lunb in Schonen gestiftet.
II. Hamburg unter ben Zchauenburgischen Grafen.
(12. und 13. Jahrhundert.)
1. kirchliche und politische Veränderungen in den
nördlichen Grenzmarken während des
12. Jahrhunderts.
Das Haus Schauenburg in Holstein.
Gegen Enbe bes 11. Jahrhnnberts verlor Hamburg feine
Bebeutwtg als kirchlicher Mittelpunkt bes Norbens; ja, es
mürbe nicht einmal mehr als bie Hauptstabt bes Erzbistums
angesehen. Schon seit Rimbert hatten bie Erzbischöfe ihren
staubigen Sitz in bem ben feinblichen Angriffen weniger aus¬
gesetzten Bremen genommen, unb nur bie für bie norbifche
Mission besonbers tätigen Erzbischöfe, wie Abalbert, pflegten
noch alljährlich auf einige Zeit in Hamburg Hof zu halten.
So kam allmählich ber Name„ Erzbi stum Bremen" anstatt
„Hamburg" in Gebrauch; im Jahre 1223 würbe biefer Titel
ausbrücklich festgestellt unb babei zugleich bem Hamburger
Domkapitel ein bestimmter Anteil an ber Wahl bes Erz¬
bischofs zugestanben. Der Sprengel bes Bremer Erzstifts
umfaßte, nachbem bie norbifche Kirche unabhängig geworben
war, nur noch brei kleine Bistümer:Olbenbnrg (um bie
Mitte bes 12. Jahrhnnberts nach Lübeck verlegt), Mecklen¬
burg (nach Schwerin verlegt) unb Ratzeburg. Ein
späterer Versuch ber Bremer Erzbischöfe, bei ber Germani-