fullscreen: Leitfaden für den Unterricht in der deutschen Geschichte

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in feine Hand fiel. Er gab diesen erst wieder herans, als sie ihm 
einen neunjährigen Frieden zusagten. Schmerzlich genug war es für 
den König, daß er den Ungarn einen Tribut zahlen mußte. — Über¬ 
fleißig benutzte er diese Zeit, um sich gegen sie zu rüsten. Er übte 
feine Sachsen im Reiterdienst, legte befestigte Plätze (Burgen) an 
und ließ jeden neunten Mann vom Lande hineinziehen, um sie zu 
verteidigen. Die übrigen bebauten das Land und lieferten einen 
Teil des Ertrages ihrer Äcker in die Burg. In diese festen Plätze 
zogen später Handwerker und Kaufleute; und so wurden allmählich 
aus ihueu Städte. Daher hat man Heinrich den Städtebauer genannt. 
Deutschland reichte damals im Osten nur bis zur Elbe; östlich von 
diesem Flusse hauste das heidnische Volk der Wenden, welches be¬ 
ständige Einfälle in Sachsen machte. Heinrich war nun schon hin¬ 
reichend gerüstet, um die Wenden zur Ruhe zu bringen. Er ging 
über die Elbe und schlug sie in mehreren Schlachten. Sie aber zogen 
sich in ihre Feste Brennabnrg (Brandenburg) zurück, welche ganz von 
Havelseen und Sümpfen eingeschlossen war. Lange belagerte sie 
Heinrich vergebens. Da kam ihm der Winter zu Hülfe, indem er 
das Wasser mit festen Eisbrücken bedeckte. Nun mußte sich Branden¬ 
burg ergeben und mit ihm erkannte das ganze Wendenland bis zur 
Oder die Herrschaft des Königs an. Aber es war hohe Zeit, daß 
diese Feinde besiegt waren, denn schon waren die Ungarn wieder da 
und forderten den Tribut; Heinrich jedoch war nun stark genug, um 
mit den Waffen feinem Lande Frieden zu schaffen. Die Feinde zer¬ 
streuten sich, um das ganze Land auszuplündern. Klug benutzte das 
der König; er schlug einen Hansen nach dem andern. Endlich be¬ 
siegte er das Hauptheer bei Riade an der Unstrut (Rietheburg). 933. 
Eilig jagten die Feinde davon und kamen, so lange Heinrich regierte, 
nicht wieder. Große Freude war in dem Lande; überall pries man 
den tapfern König als Sieger und Erretter. — Auch im Norden 
unseres Landes sicherte er die Grenze, indem er den Dänen Schles¬ 
wig bis zur Schlei entriß. An den Grenzen (Marken) setzte er 
Grafen ein, um den Feind abzuwehren. So herrschte aller Orten 
Ruhe und Sicherheit. Mit Recht ehren wir Heinrich als Wieder- 
Hersteller des deutschen Reiches, denn er hat durch feine Be¬ 
sonnenheit und Tapferkeit die deutschen Stämme zu einem 
Staate geeint; feit feiner Regierung erst schied sich unser Volk als 
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