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Pflanzenkunde.
ist, wieder WO andere. Line einzige Tabakspflanze bringt selbst bis 40 000 Samen¬
körnlein zur Reife. Und wenn auch ein großer Teil des alljährlich erzeugten Samens
von Menschen und Tieren aufgebraucht wird oder zu Grunde geht, so bleibt doch noch
ein bedeutender Überschuß. Die Natur sorgt aber nicht bloß für Erzeugung großer
Mengen von Samen, sondern auch für deren Verbreitung, viele Samenarten sind
so klein und leicht, daß sie durch die geringste Luftbeweguug davougeweht werden.
Manche besitzen besondere Flugvorrichtungen, vermittels derer sie leicht vom winde
anderswohin getrieben werden. (Denken wir an die Federkrone des Löwenzahns, an
die Flügelfrucht des Ahorns.) Der vom winde aufgewehte Staub bedeckt dann die
Samen. — Andere Samen sind mit Spitzen und paken (kfaftorganen) versehen, mittels
derer sie sich wohl an das Fell der Tiere, an die Kleider der Menschen anhängen und
auf solche weise weiter befördert werden (Kletten), viele Kerne gehen unverdaut
durch den Magen der Tiere, besonders der Vögel, und werden an entfernten Grten
wieder abgesetzt (Mistel). Daher kommt es, daß selbst auf Mauern und Türmen Busch¬
werk und Bäume aufgehen.
Schließlich ist auch das Wasser ein Verbreitungsmittel der Samen. Bei Flu߬
überschwemmungen werden die Samen der am Ufer wachsenden Bäume und Kräuter
fortgerissen, weitergeführt und später wieder ans Land gesetzt. Die Meeresströmungen
tragen Samen mit sich fort und setzen ihn an Inseln und Küsten entfernter Erdteile
ab. So läßt es sich erklären, daß Seefahrer auf nie betretenen Inseln üppigen pflanzen¬
wuchs antreffen. Auch durch Schiffs- und Eisenbahn-Verkehr werden einzelne Samen¬
arten von einem Mrt zum andern verschleppt. Das Kreuzkraut (§ 45) ist z. B. mit
russischem Getreide bei uns eingeschleppt worden.
Ausg. welche Lippenblütler dienen als Gewürzpflanzen? 2. Stelle die Merkmale
der Lippenblütler zusammen! 3. Teile die Korbblütler ein nach Form und Stel¬
lung der Blüten! 4. Unterscheide Korb- und Kopfblütler! 3. Stelle Beob¬
achtungen an, zu welcher Tageszeit sich die einzelnen Blüten öffnen und schließen!
6. Stelle die Pflanzen mit mehr blättriger Krone, mit einblättriger Krone zu¬
sammen! 7. vergleiche die Frucht der Korbblütler mit der Doldenfrucht!
VIII. Wirsen- und Sumpfpflanzen.
Fig. 12.
§ 49. Der Wiesenstorchschnabel hat einen 1/2 Nt hohen, ästigen, an
den Gelenken knotig verdickten Stengel. Die
handnervigen, siebenzühligen Grund-
blätter sind langgestielt. Die fünfzähligen
Stengelblütter sind sitzend. Die Blüten
stehen zn zweien auf behaarten Blütenstielen.
Der Kelch ist regelmäßig fünfblütterig; jedes
Blatt trägt an der Spitze eine kurzeGranne,
die sich leicht ablösen läßt. Die Krone be-
deht aus 5 verkehrt-eiförmigen, am Rande
gewimperten Blumenblättern von blauer
Farbe. Die Staubfäden sind am Grunde
zu einem Säulchen oder Bündel verwachsen.
In der Mitte steht der Stempel, der von
5 schmalen, langen, geschnäbelten Frucht¬
blättern gebildet wird. Die Frucht hat
Ähnlichkeit mit einem Storchschnabel. Die
5 einsamigen Früchtchen stehen nämlich um einen gemeinsamen Fruchtträger
a Stempel eines Storchschnabels, b reife
frucht, bei der sich ein Früchtchen mit dem
Griffel nach oben rollt.