Wilhelm I., König v. Pr. u. deutscher Kaiser.
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Denn sie bestanden ans einer Hügelkette, welche an sich schon
schwer zugänglich und dazu noch mit allen Mitteln der Kunst
befestigt war. Die Dänen hatten nämlich aus den Hügeln zwei
Reihen von Schanzen errichtet und vor denselben tiefe und
breite Gräben ausgeworfen. Außerdem drohten in weitem Uni-
kreise dem Angreiser unterirdische Minen, Wolfsgruben, Spitz-
pfähle und Drahtnetze. Endlich lag das Bollwerk an der Küste
von Schleswig und war an drei Seiten von Meer umgeben.
So konnten auch die dänischen Kriegsschiffe die Angreifer noch
beschießen.
Es wurde den preußischen Truppen auserlegt, den Feinden
diese Festungswerke zu entreißen. Der Prinz Friedrich Karl
sah bald ein, daß dieselben mit Sturm nicht sogleich zu nehmen
seien, und entschloß sich zu einer regelmäßigen Belagerung. Nun
wurden die Schanzen sieben Wochen lang beschossen und teil-
weise zerstört. Zugleich ließ der Prinz Gräben aufwerfen,
welche sich im Zickzack bis möglichst nahe an die Festungswerke
hinanzogen. Dieselben sollten den Truppen zum Schutze dienen,
tuerm sie sich den gefährlichen Schanzen näherten. Endlich
wurde beschlossen, dieselben zu erstürmen. Die Truppen be-
rateten sich durch andächtigen Empsang des heiligen Abend-
mahles auf die blutige Arbeit vor.
Der 18. April war der zum Sturme ausersehene Tag.
Schon seit dem frühen Morgen wütete ein heftiges Geschütz-
fener gegen die Schanzen. Um 10 Uhr rückten die Soldaten
mit dem Liede: „Ich bin ein Preuße" unter dem heftigsten
Kugelregen im Sturme gegen dieselben vor. Die Dänen wehr-
ten sich heldenmütig, und mancher tapsere Soldat fiel. Aber
sie konnten vor dem Anstürme unserer mutigen Truppen nicht
standhalten. Sie mußten nach vierstündigem Kampfe sämtliche
Schanzen räumen und zogen sich nach der gegenüber liegenden
Insel Alsen zurück. Der Sieg war herrlich,' zum ersten Male
hatte sich die neue Armee, das eigenste Werk des Königs Wilhelm,
glänzend bewährt. Der König eilte aber auch aus das Schlacht-
feld, um derselben seinen Dank und seine hohe Befriedigung
auszusprechen.