Full text: Zeugnisse zum deutschen Aufstieg

III, Teil ~ Das Zeitalter der persönlichen 
Selbstherrlichkeit und des vorherrschenden 
Fühlens und Wollens (subjektivistisch- 
voluntaristischesZeitalter). Erster Ab- 
schnitt: Empfindsamkeit, Sturm und 
Drang; — Staat Friedrichs des Großen, 
aufgeklärter Absolutismus. Etwa 1750 
bis 1780. 
1 / Philosophie, Weltanschauung, Wissenschaft, 
Erziehung. 
Friedrich Heinrich Jacobi sBrief an die Fürstin D. 21. 
Eallizin -)Z, 20,12.15t. 
Düsseldorf, den 14. März 1782. 
... Ach, das ist das ärgste, daß wir alle und immer so 
gar alles nur zur Lehn tragen; jede Empfindung, und jede 
Farbe der Empfindung, Vorstellung und Besinnung; daß tvtr 
immer nur denken können, was wir tun, und ein umgekehrtes 
Verhältnis desto unmöglicher finden müssen, je länger und je 
tiefer wir erwägen. Wer vermag von einem freien Tun oder 
Denken sich nur die dunkelste Vorstellung zu machen; von einem 
Begriff, der vor dem Gegenstande wäre; von einem Begriff 
vor dem Begriffe und von einem Wollen ohne Trieb, von 
einem willkürlichen, unbedingten Denken, Handeln und Sein? — 
Unser Bewußtsein entwickelt sich aus etwas, das noch kein 
1) Siehe oben S. 5, Anm. 2 und 3. 
2) Amalie Fürstin Ealli(t)zin (1748—1806), geb. Gräfin von Schmettau, 
Gemahlin des russischen Fürsten und Ministers Dmitrij Alexejewitsch E., 
hochgebildete Frau, dem Pietismus ergeben, lebte meist in Münster, wo 
ihr Jacobi, Goethe und besonders Hamann (f. u. S. 80) nahetraten.
	        
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