§ 1. Einleitung.
1. Nach der Erzählung der Bibel lebte das erste Menschenpaar
Adam und Eva im Garten Eden (Paradies) ohne die Neigung
zum Bösen, verlor aber das sorglose Leben durch deu Sündenfall.
Mit den erwachten Begierden wuchs auch die Verderbtheit der Sitten
unter der zahlreichen Nachkommenschaft, bis die Sintflut (die große
Flut) das Menschengeschlecht mit Ausnahme Noahs und seiner Fa¬
milie vertilgte. Noahs Söhne Sem, Ham und Japhet verbreiteten
sich darauf vom Ararat aus über die Länder am Euphrat und
Tigris. Als infolge des vermessenen Turmbaus zu Babel, wie die
Ueberlieferung weiter berichtet, eine Scheidung der Sprachen und
die Trennung der Menschen erfolgte, blieben die Semiten in den
alten Wohnsitzen, während die Hamiten namentlich Afrika bevölkerten
und die Japhetiten Kleinasien und Europa besetzten.
2. Man dars annehmen, daß die Gegensätze des Klimas und der Le¬
bensweise allmählich eine Verschiedenheit der Gesichtsbildung und der
Hautfarbe erzeugten, wodurch die Bildung von fünf Rassen herbeige¬
führt wurde. Wir finden die kaukasische (weiße), die äthiopische
(schwarze) und die mongolische (gelbe) in den alten Erdteilen
Europa, Afrika und Asien, die malayische (braune) und die amerika¬
nische (rote) in Australien und Amerika. Die Kaukasier, welche die
geistig am höchsten begabte Rasse bilden und Europa und das süd¬
westliche Asien bewohnen, zerfallen in zwei große Völkergruppen:
1) Semiten, das sind Araber, Phönicier, Hebräer, Baby¬
lonier und Assyrier; 2) Arier oder Jndogermanen, zu denen
die Inder, Meder und Perser, die Griechen, Römer, Kelten,
Germanen und Slaven gehören. Von den Völkern, die nicht
kaukasischer Rasse sind, hat nur eine Nation mongolischer Abkunst,