Volltext: Geschichte der Römer

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und fürchterliche Eidesformeln zum Kampf geweihet, hatten sich bei 
Aquilonia versammelt. Papirius zog ebenfalls dahin, und lieferte, 
wahrend sein Amts genösse Carvilius das benachbarte Cominium 
erstürmte, siegreich eine blutige Schlacht, in welcher 30,340 Samniter 
fielen, 3870 gefangen und 97 Fahnen erbeutet wurden. Beide Städte 
gab der Sieger den Soldaten zur Plünderung preis und ließ sie dann 
verbrennen. Als die Gebirge Samniums mit Schnee bedeckt waren 
und unter freiem Himmel zu lagern nicht mehr möglich war, zog Pa¬ 
pirius nach Rom zurück, wo er einen glanzenden Triumph hielt und 
2,033,000 schwere Kupferasse nebst 1330 Pfund erbeuteten Silbers in 
die Schatzkanuner legte. Samnium war aber noch nicht gedemüthigt. 
Mit einem neuen Heere schlug der samnitische Feldherr Pontius im 
folgenden Jahre den Consul Fab ins Gurg es, den der Senat wegen 
dieser Niederlage seiner Feldherrnwürde entsetzt haben würde, wenn nicht 
sein bejahrter Vater für ihn gebeten und sich angeboten hatte, als 
Unterfeldherr bei seinem Sohne sich zu stellen. Unter seiner Leitung 
und Mitwirkung erkämpfte sich bald nachher sein Sohn einen glanzenden 
Sieg. Der gefangene Feldherr Pontius wurde im Triumphe ausgeführt 
und dann enthauptet. Durch diese Unfälle scheint Samniums Macht 
gebrochen worden zu seyn; an des Pontius Stelle trat kein anderer 
ausgezeichneter Führer. Im I. 290 beendigte der genügsame Consul 
Manius Curius Dentatus den Krieg. Als die samnitischen Ge¬ 
sandten zu ihm kamen und um Frieden baten, fanden sie ihn, wie er, 
auf einem Holzschemel vor dem Feuer sitzend, sich seine Mahlzeit 
kochte, die aus Rüben bestand. In der Hoffnung, durch ein bedeu¬ 
tendes Geschenk an Geld ihn für ihres Vaterlandes Vorthcil zu ge¬ 
winnen, überreichten sie ihm eine große Summe Goldes. Er wies aber 
dieses Geschenk mit verächtlichem Lächeln zurück und sprach: »Ich 
will lieber über reiche Leute herrschen, als selbst reich seyn." 
(Siehe die Abbildung 24») 
Der Friede wurde den Samnitern bewilligt und das alte Bündniß 
erneuert, jedoch sind die Bedingungen nicht naher bekannt; wahr¬ 
scheinlich aber mußten sie römische Pflanzstadte auf ihrem Gebiete 
dulden und Roms Oberherrlichkeit anerkennen. M'. Curius unterwarf 
auch die Sabiner und erweiterte das römische Gebiet bis an das adria¬ 
tische Meer.
	        
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