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Die Lage Ende März. 
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Kampflinie Ende Januar. 
„ Ende März. 
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100 km 
Die Lage im Osten und im Westen. Nr. 21b. 
Noch ist der Krieg nicht beendet, und selbst Rußland ist trotz der furchtbarsten 
Verluste seines Heeres noch nicht so bezwungen, daß es um Frieden bitten müßte. 
Selbst rings an den Grenzen Ostpreußens sehen wir noch täglich seine Scharen aus den 
Verteidigungsstellungen am Narew, Bobr und Niemen zum Angriff wieder übergehen, 
und fast unerschöpflich scheint der Menschenvorrat aus dem endlosen Reich zu sein 
und ebenso rücksichtslos die Verwendung und Vergeudung von Menschen und Gütern. 
Und doch zeigt eine unbefangene Betrachtung, daß auch vom russischen Stand¬ 
punkt aus eine Fortsetzung des Krieges sinnlos wird. Nachdem sich seine Millionen¬ 
heere erst die größten Ziele gesetzt und immer mehr entgegengesetzte Ergebnisse 
gehabt, nachdem die besten Truppen großenteils in den deutschen Lagern für Ge¬ 
fangene untergebracht wurden, und nicht mehr deutsches, sondern nur noch rus¬ 
sisches Gebiet die Leiden des Kriegsschauplatzes zu tragen bekommen und 
Verlegenheiten jeder Art die Verwaltung lähmen, was kann da die Neigung erhalten, 
einen solchen Krieg noch weiter zu führen? 
Die Möglichkeit immer neuer Heeresbildungen überrascht allerdings, aber über 
ihren Wert sprechen die letzten Kämpfe bei Memel, Augustow und Praschnüsch nur 
zu deutlich. Fast bei jedem Zusammenstoß ergeben sich Hunderte und Tausende, 
und dringen die Russen ungestört irgendwo ein, verraten sie einen solchen Tiefstand 
in der Sitte, wie er in den schlimmsten Tagen des 30jährigen Krieges nicht ärger 
gewesen sein kann. Dazu haben die Russen einen sehr wertvollen Teil des russischen 
Polens uns überlassen müssen. (Lodz, Czenstochau, Suwalki.) Im ganzen Weichsel- 
und Pregelgebiet steht ihre Sache also schlecht. — Besser geht es in Galizien, 
von dem sie etwa ebensoviel besetzt haben, wie wir von Polen. (Beide haben etwa 
5 Millionen Einwohner.) Aber die Kampflinie der Österreicher und Deutschen ist jetzt 
für uns günstiger. Sie hat etwa die Form einer Sichel. Früher war der Mittelpunkt 
des Halbkreises Budapest, jetzt ist es Lemberg. Schon ist die Bukowina zurück¬ 
gewonnen, und geht der Kampf den bisherigen Verlauf weiter, so wird auch die 
Befreiung Galiziens zweifellos weitere Fortschritte machen. 
Jedenfalls stellt sich augenblicklich für Rußland der Gewinn und Verlust an 
Land gleich Null. Es liegt deshalb, wenn ein so furchtbares und langdauerndes 
Ringen gar keine Ergebnisse bringt, doch der Gedanke nahe, solch undankbares Unter¬ 
nehmen, das nur ungeheure Opfer kostet, baldigst aufzugeben. 
Als einziger Lichtpunkt blieb — Konstantinopel. Die Engländer sollten — selbst¬ 
los, wie sie sind — es ihnen erobern. Ob diese das aber können, und ob sie, wenn 
sie es können, es auch an die Russen abgeben wollen, darüber brachten die Dar¬ 
danellenkämpfe des 18. März wenig Tröstliches. 
Und die Lage im Westen Deutschlands? Noch immer stehen die Verteidigungs¬ 
linien der Deutschen so fest, wie nur jemals. Und so groß ist das Vertrauen auf 
diesen geordneten Besitz, daß wie im tiefsten Frieden der Acker dahinter auch von 
deutschen Kriegern bestellt wird. Noch einmal versuchten die Gegner, im Vertrauen 
auf die Zahl (ihre letzte Hoffnung), im Anfänge des März die deutschen Reihen zu 
durchbrechen. Aber sowohl bei Neuve-Cliapelle, wo die Engländer mit zehnfacher 
Übermacht anrückten und die furchtbarsten Verluste hatten, als auch in der Cham¬ 
pagne, wo die Franzosen 9 Tage lang in sechsfacher Mehrzahl stürmten und gegen 
die zwei deutschen Divisionen 45 000 M. verloren, erreichten sie doch nichts. — 
So entmutigend sind ihre Landkämpfe. Und zur See? Sind wirklich, wie im 
„Spectator“ ein alter englischer Diplomat es verhieß, sofort alle deutschen Kriegs¬ 
schiffe versenkt? Hat wirklich die englische Flotte sich sofort vor den deutschen 
Häfen zur Blockade eingefunden? Und betragen in der Tat schon zu Anfang die 
Einbußen Deutschlands bereits 2 Milliarden Pfund, so daß ohne weiteres unsere geld¬ 
liche Kraft gebrochen ist? Und sollten wohl tatsächlich die Finanzen Englands vom 
Kriege kaum berührt worden sein? — Der alte englische Diplomat wird hierauf 
schwerlich antworten, auch Grey nicht, der als verantwortlicher Minister versicherte, 
die Beteiligung Englands am Kriege werde ihm nichts kosten. Eine Antwort aber 
geben die Tatsachen. (S. Karte 14.) 
Uns geldlich und wirtschaftlich niederzuringen, war der eigentliche Zweck des 
Krieges. Sind die Engländer diesem Ziele jetzt wohl nahe? Geldlich schwerlich heute 
schon, da soeben das deutsche Volk die verblüffend ungeheure Summe von 9 Milliarden 
Mark für die Kriegsanleihe zeichnete. Und ist unser Wirtschaftsleben heute wohl 
schon zerstört? Die auffallende Erscheinung, daß gerade jetzt unsere Stahl- und 
Eisenerzeugung diejenige Englands um Millionen Tonnen überholt, spricht nicht dafür. 
Auf allen diesen Gebieten ist England nicht der Sieger. Sollten seine mora¬ 
lischen Erfolge größer sein ? Hat wirklich das englische Ansehen in der Welt 
gewonnen? Rußland streckt seine Hand nach Konstantinopel aus, Japan die sei^e 
nach China, und in Indien beginnen die Meutereien. Sind das Zeichen, daß Englands 
"Weltherrschaft sicli mehrt ? 
Und das Endurteil ? Wie beschränkt und töricht muß eine Politik sein, die ja^r®' 
lang arbeitet und schließlich gerade für das Gegenteil ihrer Absicht gewirkt hat. 
Deutschland sollte „entnationalisiert“, zerrissen und kraftlos werden und ist gerade 
durch das Eingreifen seiner Neider einiger denn je, selbstbewußter und tatenfreudiger 
geworden. Das Ziel seines Ringens ist aber nicht die Unterdrückung der Schwachen, 
sondern die Freiheit in der Bewegung und Entfaltung aller Kräfte. Und wenn darüber 
das englische See- und Weltenrecht, das unsittlich ist und nur den Engländern zugute 
kommt, geschädigt werden sollte, so wird auf die Dauer doch die ganze Welt den 
Deutschen für diese Befreiung dankbar sein. 
Weitere Ergebnisse der Winterschlacht in Masuren. 
Nr. 21a. 
o 
Wirballen 
Darkehmen 
Suwalki 
Löwentin-See 
O 
Widminnen 
Johanmsburg 
7/2 15 
Bialla 
60 km 
Die Kämpfe in Ostpreußen waren am 14. Februar ab" 
geschlossen. Es folgte der Vormarsch nach Suwalki und 
Augustow. Vor dem ununterbrochen nachdrängenden Feind 
flüchten die Russen in den Wald von Augustow und weiter 
nach der Festung Grodno. Hartnäckiger letzter Widerstand 
bei Tobolowo und Makarce. Da die Rettung nach Grodno 
nur wenigen gelingt, wird namentlich im Südosten des Waldes 
bei Wolkusch, Mlüneck und Staroschintzy eine ungeheure 
Beute gemacht. Zu den 104 000 Gefangenen und 800 Ge¬ 
schützen kommen noch Tausende von Wagen mit Munitions¬ 
und Verpflegungsgegenständen. — 
Die Deutschen, die ein weiteres Eindringen in Rußland 
nicht beabsichtigen, gehen nach der Bergung der Beute auf 
Augustow und Suwalki zurück. 
Die Russen, die den Eindruck der Vernichtung der 
10. Armee in das Gegenteil verkehren möchten, bilden aus 
Restbeständen und eben eingekleideten Rekruten rasch eine 
neue 10. Armee.* — Von Olita und Grodno geht diese „sieg¬ 
reich“ im unbesetzten Gelände vor. Die nördliche Hälfte 
flüchtet aber, sobald sie angegriffen wird, ohne der Flanke 
der südlichen zu gedenken, rasch über den Niemen zurück 
(9. März), desgleichen am 10. und 11. März die südliche; sie 
verlieren 5400 Gefangene und 12 Maschinengewehre. 
* Ähnlich einfach ersetzen auch die Engländer sofort ihre 
untergegangenen Kriegsschiffe.
	        
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