Brasilien. 181
gen gehabt, so hatten die Kolonisten Hindernisse zu
überwältigen, die sie auf der ganzen Reife nicht los
werden konnten, bald durch Stürme, bald durch
Krankheiten, bald durch Widerstand der^ Wilden,
an deren unbekannte Küsten ste kamen, bis dieje¬
nigen, die noch dem Tode entgangen waren, glück¬
lich genug wieder zurückkehrten, und in ihrem Va¬
terlande starben.
Ehe wir nun zu der Beschreibung des Landes
übergehen, müssen wir auch die Unternehmungen der
Holländer nicht mit Stillschweigen übergehen.
Portugal! besaß noch immer Brasilien, seit EmanuelS
Regierung, welcher den ersten Niederlassungen da¬
selbst eine feste Dauer zu geben angefangen. Da
diese Krone aber im Jahr 158' auf Philipps II.,
Königes in Spanien, Haupt gekommen war, so
ließen ihm die Kriege, welche er wider England und
Frankreich, besonders gegen die Mißvergnügten in
den Niederlanden, welche unter seiner Regierung die
Republik bildeten, führen mußte, wenig Zeit, sich
mit seinen auswärtigen Ländern zu beschäftigen. Auf
der andern Seite waren die neuen Republikaner, die
er nicht unter seiner Botmäßigkeit hatte erhalten
formen, noch gar zu schwach, oder hatten deck) mit
ihren Angelegenheiten noch zu viel zu thun, als daß sie
es hätten wagen können, den Feind ihrer Freyheit
durch Eroberungen zu schwächen. Sie nahmen aber un¬
ter Philipps lll.und IV Regierung dergestalt zu, daß,
nachdem sie ihre ostindische Compagnie errichtet hat«
ten, sie sich im Stande sahen, noch eine westindische
zu errichten, die bis hieher noch nicht aufgehöret,
eine von den vornehmsten Zweigen ihrer Hanl>
lung zu seyn.
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