Vorderasien. 
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Naturbild der Steppe. 
Die Steppe bildet den Übergang zur Wüste; doch ist ihr Boden reicher mit Sträu- 
chern und Halbsträuchern bewachsen, die wie die Wüstenpflanzen durch lederartige Blätter 
und Dornen gegen zu rasche Verdunstung geschützt sind. Dazwischen sprießen im Frühjahr, 
wenn der Regen am reichlichsten fällt, Kräuter und Gräser, die im Hochsommer wieder 
verdorren. Auch in der Steppe wächst wie in der Wüste jede Pflanze einzeln für sich und 
läßt den Boden in den Zwischenräumen frei, da sie während der Trockenzeit eines weiten 
Raumes für ihre Ernährung bedarf. Bäume wachsen nur an feuchten Stellen und be- 
gleiten die Flußläufe als „Galeriewälder". Getreide gedeiht nur in den regenreicheren 
Steppen ohne Berieselung, in den regenärmeren nur mit dieser. Die Steppe ist 
das eigentliche Gebiet der viehzuchttreibenden Nomaden, die mit den benachbarten 
Ackerbauvölkern in stetem Kriege leben. Nach der Bodenbeschaffenheit unterscheidet man 
Sand-, Kies-, Lehm- (Latent-), Salz-, Moos- und Flechtensteppen; die beiden letzten Formen 
gehören der Polarwelt an und werden Tundren genannt. Je nach dem vorwaltenden 
Pflanzenwuchs spricht man von Gras-, Kraut-, Busch- oder Strauchsteppen; Grassteppen 
mit parkartigem Baumwuchs nennt man Savannen. 
Armenien ist ein sehr wildes, von Vulkanen durchsetztes Gebirgsland, aus 
dessen Mitte der gewaltige, jetzt erloschene Vulkan Araxat (5200 m) aufragt. Dank 
seinem Reichtum an Niederschlägen gibt es dem Euphrat und Tigris den Ursprung 
und wird hierdurch zum Bewässerungsmittelpunkte Vorderasiens. Auf den 
steppenartigen Hochflächen liegen große Salzseen, so der Wan- und der Urmia- 
See. Wegen seiner Gebirgsnatur, seines Fluß- und Seenreichtums kann Armenien 
wohl btc „Vorderasiatische Schweiz" genannt werden. 
Die Armut des Bodens sowie die Bedrängung durch die Nachbarmächte der- 
anlaßt die Armenier, die zur mittelländischen Rasse gehören, vielfach zur Auswande- 
rung, meist nach Vorderasien, wo sie Geld- und Handelsgeschäfte treiben oder als 
Dragomans^) auftreten. Wirtschaftlich ist Armenien ohne Belang. 
Zu dauernder staatlicher Einigung ist das Land, zum Teil wohl seiner gebirgigen 
Natur halber, nie gelangt. Gegenwärtig ist der N. russisch (Erhtmn); der S. tür¬ 
kisch (Erserum), das Land um den Urmia-See persisch." 
Der Kaukasus ist so lang wie die Alpen, aber höher und fast ohne Quertäler. 
Der emzige bequeme Übergang führt auf der kühn gebauten Straße von Wladi- 
kawskas nach Tiflis. DcyLGebirge gipfelt im Elbrus (5700 m) mit mehr als 
Montblanc-Höhe. Der Kaukasus bildet eine natürliche Grenze zwischen Europa 
und Asien, eine Klima-, Völker- und Landesscheide wie die Alpen. 
^ Eine hohe Bedeutung in wirtschaftlicher Beziehung hat Kankasien für Ruß- 
land, dem es unterworfen ist, durch seinen Reichtum an Erdölen, besonders bei 
DLku„(220000 E.) am Kaspischen Meer. Die russische Naphthaindustrie zählt zu den 
ersten Großgewerben des Reiches (3600 Bohrtürme). Eine Bahn verbindet Baku 
d. h. Dolmetscher. 
Armenien. 
Kaukasien.
	        
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