190 IV. Außereuropäische Erdteile.
für das Land Jemen, n geht der große Pilger- und Warentrans-
port der mnhammedanischen Welt zu der heiligen Stadt Mekka
und ihren großen Märkten vom Hafen von Dschedda aus. Mekka
hat den heiligen Stein der Kaaba mit der gefeiertsten Moschee,
welche einmal im Leben zu sehen das Trachten des rechtgläubigen
Muhammedaners ist. n davou an der wichtigsten der Pilger- und
Karawanenstraßen, die nach Mekka führen, liegt Medina, wo der
Islam 622 n. Chr. seinen Anfang nahm und die Grabmoschee
Mnhammeds steht, ö von diesem türkischen Gebiete erstreckt sich von
der 8-Küste an bis zum 35. Grad n Breite
Inner- 3. Das Laud unabhängiger Stämme. Die belebteste
0111 tm' größere Gegend desselben ist das Gebiet von Nedfchd, ein uraltes
Durchgangsland aus dem Wege aus der Gegend von Mekka nach dem
unteren Euphrat. Den größten Teil des bewohnten oder durch-
streiften Landes links des Euphrat bildet
Meso- c. Mesopotamien, dem sich die Provinz von Bagdad im 8,
polaunen, Babylonien, anschließt.
Dieses einst so überaus dicht bevölkerte und ebenso fruchtbare
Land ist infolge Vernachlässigung und Zerstörung der Bewäfserungs-
einrichtnngen im Mittelalter nach und nach zu eiuem ungesunden
und meist verödeten Gebiete geworden, fast ganz von Arabern bewohnt.
Unter den Städten zählt auch das einst so glänzende Bagdad, das
von den Mongolen zerstört wurde, heute nicht mehr als 40—50 000 Einw. Basra
am Schat el Arab ist der kleine Landungsplatz für die eigentlichen Seeschiffe.
Das noch immer in Webewaren ziemlich rührige Mosul am oberen Tigris,
gegenüber den Ruinen von Ninive, ist die volkreichste Stadt mit etwa 60 000
Einwohner.
Im NO von Mesopotamien erhebt sich das Bergland von
Kurdistan, dessen Bewohner noch immer schwer an friedliche Ord-
nnng zu gewöhnen sind.
Armenien, d. Armenien und Kleinasien. Längs des Euphrat und des
Tigris nach N wird man in das hochgelegene Armenien geführt.
Durch dieses zog seit den Zeiten der Asfyrer der Weg vom w
Euphrat zum Schwarzen Meere uud nachher diejenigen vom Halys —
Kifil Jrmak nach dem Kaspischen See und von Iran nach dem Pontus.
Hauptplatz hiefür wurde seit vielen Jahrhunderten Erzerum in
einer reichen Thalweite; zugleich Ausgangspunkt des Weges nach der
Küstenstadt Trapezunt (Tarabison).
Kleinasien. Kleinasien hat als Hafenplätze am Pontus vor allem Sa ms UN
für sein reiches Hinterland und Sinope, eine uralte Gründung
der Milesier. Im Inneren ist nahe dem mittleren Halys wohl
noch älter Angora (Ankyra), wo die alte Poststraße des Darius
nach WSW weiterzog, um Sardes ö von Smyrna, der großen
heutigen Hasenstadt am Ägäifchen Meer, 150 090 Einw., zu erreichen.
Infolge der Bedeutung Konstantinopels und des in Teppichweberei
sehr hervorragenden Brnssa ward aber der heute für eine Eisenbahn