Full text: Das Deutsche Reich, Kulturgeographie, Allgemeine Erdkunde (Teil 3)

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bedecken den Boden. Die Wälder entbehren des Unterholzes und des 
Moospolsters. Die Bäume stehen so weit voneinander entfernt, daß 
dazwischen die nackte, sandige Bodenfläche hindurchleuchtet. Die Dürftig, 
keit des Bodens wies die Bewohner auf gewerbliche Beschäftigung hin. 
Im Fläming und in der Lausitz haben sie sich hauptsächlich der Tuch¬ 
weberei zugewandt. Die Hauptsitze dieser Industrie sind Guben, 
Kottbus, Forst und Luckenwalde. 
IV. Die Ostdeutsche Tieslandsmulde. 
Zwischen den beiden Landrücken breitet sich von der Elbe bis zur § 82. 
Weichsel eine große Tieflandsmulde aus. In der Eiszeit war sie der Ab- 
zngskanal des gewaltigen Gletscherstromes, der nach Westen abfloß und 
mehrmals sein Bett verlegte. Die alten Flußbetten sind noch in den 
tiefen Talfurchen zu erkennen, die die Mulde durchziehen. In diesen 
Rinnen fließen streckenweise die Flüsse des östlichen Tieflandes. An 
der Stelle, wo sie in die alten Strombetten eintreten, biegen sie plötzlich 
nach Westen um. Diese Richtung geben sie erst auf, wenn sie die alten 
Flußbetten wieder verlassen. 
1. Bewässerung. Den westlichen Teil der Mulde durchfließt die 
Havel mit der Spree. Die Havel kommt aus den Mecklenburgischen 
Seen und durchfließt das Tiefland in einem großen Bogen. Sie er- 
weitert sich oft zu großen Seen. Das von der Havel eingeschlossene Land 
ist vorwiegend Moorland und wird Luch genannt. Es ist bedeutungsvoll 
durch den Torf, der hier gestochen und als Brennmaterial verwandt 
wird. Auf der linken Seite geht der Havel die Spree zu, die auf dem Lau- 
sitzer Gebirge entspringt. Sie durchfließt Berlin und mündet bei Spandau 
in die Havel. 
Der östliche Teil der Tieflandsmulde wird von der Oder durch- 
flössen, die rechts durch die Warthe mit der Netze verstärkt wird. 
Brüche. Da die Flüsse ein geringes Gefälle haben, so ver- 
sumpfen sie den Boden stark. Solche Sumpfniederungen sind der 
Oder-, der Warthe-, der Netzebruch, das Havelluch und der 
Spreewald. 
Der Spreewald, der sich an dem Mittellauf der Spree ausdehnt, 
ist das merkwürdigste unter allen Bruchländern. Da die Spree hier 
sehr wenig Gefälle hat, löst sie sich in zahllose Arme auf, die das 
moorige Land netzförmig durchziehen. Bei hohem Wasserstand wird 
die ganze Niederung überschwemmt. Ehedem war sie ein uudurch- 
dringlicher Bruchwald. Ein großer Teil desselben ist ausgerodet und 
in Wiese und Ackerland umgewandelt worden. Die Bewohner treiben auch 
Fischfang und Gartenbau. Berühmt sind die Spreewälder Gurken, 
Zwiebeln und Meerrettiche. Der Verkehr auf den Flußarmen und
	        
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