Inhaltsverzeichnis: Die Lande Braunschweig und Hannover

Das Gebiet der Weser. 
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Haupthäfen durch eine regelmäßige Fahrt der größten und schön- 
sten Dampfschiffe von hier aus mit Deutschland in Verbindung 
gesetzt werden. Tausende von Auswanderern nehmen hier vom 
vaterländischen Boden Abschied. Der eigentliche Handel aber hat 
noch immer seinen Sitz in Bremen. Später (1857—63) hat dann 
Hannover selbst an der Südseite der Geestemündung, einen zweiten 
noch großartigeren Hafen gebaut, um welchen sich jetzt der Ort 
Geestemünde (mit Geestendorf zusammen 9100 Ew.) ent- 
wickelt. Der Hafen ist so geräumig und tief, dass er auch die 
größten Kriegsschiffe ausnehmen kann. Beide Häfen haben vor 
Hamburg den großen Vorzug, dass sie im Winter nur wenige Tage 
durch Frost unzugänglich sind. Und somit ist hier für alle Zwecke 
der Schiffahrt und des Handels jetzt reichlich gesorgt. Höchst wich- 
tig war es, dass diese Hafenanlagen durch eine Eisenbahn mit dem 
Hinterlande verbunden wurden. Nach langen Verhandlungen 
zwischen Hannover und Bremen kam auch diese 1861 zu Stande, 
ist aber leider nicht in der kürzesten Linie nach Bremen gelegt, 
sondern macht einen weiten Bogen in die Bremische Geest hinein. 
Als nördlichsten Ort des Vielandes nennen wir den Flecken Lehe 
(6100 Ew.) in unmittelbarer Nähe von Bremerhaven. Die Ge- 
sammteinwohnerzahl der vier Orte beträgt also über 24000, wäh- 
rend die Stadt Bremen, von welcher, so zu sagen, alles Leben 
dieser Gegend ausgeht und abhängt, deren 75000 hat. 
Unterhalb des eben geschilderten Bezirkes theilt sich das Fahr- 
wasser der Weser in zwei durch Sandbänke getrennte Arme, von 
welchen der östliche, das f. g. Wurster Fahrwasser die größte 
Tiefe hat und daher ausschließlich der größeren Schiffahrt dient. 
Es hat feinen Namen von dem Lande Wursten, einem reichen 
Marschdistrikt, der sich bis zur Nordspitze des Landes bei Ritze- 
büttel hinauszieht und in seiner Mitte eine Breite von reichlich 
einer Meile gewinnt. Das Land hat seinen Namen von seiner 
Friesischen Bevölkerung, die im Mittelalter den Namen der W o r- 
säten oder Wursäten führten, weil sie in der Zeit, als noch 
gar keine oder ungenügende Deiche vorhanden waren, ihre Häuser 
auf künstlichen Hügeln, s. g. Wurften oder Wurten, erbaueten. Wie 
also die Holtsaten, die jetzigen Holsteiner, davon hießen, daß sie im 
Holze, im Walde saßen, so diese von ihrem Wohnen auf den 
Wurten. Länger als alle übrigen Weseranwohner haben die 
Wurster ihre alte Freiheit bewahrt, denn erst gegen die Mitte 
des 16. Jahrhunderts unterwarfen sie sich den Erzbischöfen von 
Bremen. Doch behielten sie und bewahrten sich bis in das gegen¬ 
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