Volltext: Die außereuropäischen Erdteile und die Weltmeere (Teil 2, H. 1)

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ist teils Landhandel (mit Rußland), teils Seehandel (in erster Linie 
mit England, dann mit Japan, dem Deutschen Reich, der Union). 
Der Schiffsverkehr liegt hauptsächlich in Englands und 
Deutschlands Händen. Das Deutsche Reich unterhält Postdampfer- 
fahrten nach China und eine reich entwickelte Küstenschiffahrt. Sind 
auch die Chinesen vorzügliche Schiffer, so stehen bei ihrer allgemeinen 
Starrheit fremden Kultureinflüssen gegenüber Schiffbau und Schiff- 
fahrt auf derselben Stufe wie zu Marco Polos Zeit. Geradezu 
feindlich stellte sich China zu dem Bau von Eisenbahnen; neben der 
Überlandbahn Peking—Hankou sind nur wenige Küstenlinien zur- 
zeit ausgebaut, z. B. die Bahn von Taku nach Peking mit dem 
Anschluß an die mandschurische Bahn, die deutsche Linie von Tsingtau 
nach den Kohlenlagern Weihsien. Im übrigen dienen im Binnen- 
lande bei dem schlechten Zustande der Landstraßen zunächst die 
Wasserläufe dem Verkehr; aber die großartigen Kanalbauten, selbst 
der Kaiserkanal, verfallen, und von den großen Strömen dienen dem 
Schiffsverkehr nur der Jangtsekiang und seine Nebenflüsse, auf 
denen sich Dschunken in großer Zahl bewegen. 
Staatenknndliches. 1. Das Kaisertum China ist eine Despotie; 
mit den Nebenländern (Mandschurei, Mongolei, Ostturkestan und 
Dsungarei, Tibet) hat es eine Größe von 11 Mill. qkm und zählt 
es 330 Mill. Bewohner. Das eigentliche China ist fast 4 Mill. qkm 
groß und hat 320 Mill. Einwohner, so daß auf das qkm 82 Ein¬ 
wohner kommen; am dichtesten ist die Bevölkerung im Tieflande des 
Hoangho und Jangtsekiang, wo bis 220 auf dem qkm wohnen. 
Besonders drängen sich die Bewohner in Städte zusammen; 1890 
gab man vier Städten 1 Million Einwohner. Heute gelten drei als 
Millionenstädte: Peking, Hsiangtan und Hsingan; über 1k Million 
beherbergen außerdem noch acht. Haupt- und Residenzstadt ist 
Peking [x] (1600), der Vereinigungspunkt der Karawanenstraßen 
aus der Mongolei und Mandschurei, durch einen Kanal mit dem 
Peiho, durch Eisenbahnen mit der Nordgrenze des Reiches, mit 
Hankou im S und Tsingtau im O verbunden. - 
P. besteht aus zwei Hauptteilen, der Mandschu- oder Tatarenstadt und 
der Chinesenstadt; beide sind von Mauern umgeben und durch eine Mauer von- 
einander geschieden. Den Mittelpunkt der Mandschustadt bildet die kaiserliche 
Stadt, die die eigentliche Residenz, die verbotene Stadt, umschließt. Zwischen der 
Hofburg und der die Tataren- von der Chinesenstadt trennenden Stadtmauer be- 
findet sich das jetzt durch eine Verteidigungsmauer geschützte Gesandtenviertel. In 
der Chinesenstadt stehen die beiden großen Tempel: der Himmels- und der Acker- 
bautempel. Die Straßen laufen von N nach S und von W nach O; an den 
Kreuzungspunkten der hauptsächlichsten befinden sich hölzerne Triumphbogen. 
Nanking m (267), am Jangtsekiang, ist die alte Residenz, der 
Mittelpunkt der Industrie, vor allem der Baumwollindustrie (nach 
der Stadt N. trägt das Gewebe Nanking den Namen) und der 
Seidenindustrie, außerdem die Gelehrtenstadt Chinas. Der Handel 
ist an Schanghai □ (651) übergegangen, die bedeutendste Handels- 
Wulle, Erdkunde. II. 11
	        
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