5i2 Anmerckungen zu des V. Buchs.
NA KHaLIL, der zu Constantinopel allerhand
alte Kleider K^u5ren trug. M u s l u h , ein Obst¬
händler, und EMIR- hali, ebenfals von sehr
schlechter Condition. Patrona war insonderheit
gantz desperat, und trachtete, sich seines Schadens
zu erhöhten, nach eu er Meuterer), und dieses un¬
terstunde er sich um so viel mehr, weil ihm das
Misvergnügen sowohl der Trouppcn, als des Pö¬
bels, nicht unbekarrt war- Er stellete demnach ei¬
nen Schmauß an, lud zwölff seiner vertrautesten
Freunde dazu, und als sie vom Wein erhitzet wa¬
ren, gab er vor: es ihm im Traume eine Of-
fenbahrung geschehen, daß er nicht nur die
fürnehmsten Türckifcheu Minillro8 aus dem We¬
ge raumen, sondern auch den Groß Sultan selbst,
absetzen solle; denn das waren Tyrannen, hatten
durch einen falsch angestelllcn March die Soldaten
ruinifet k. Er sei) bereit sich an die Spitze der
Misvergnügten zu stellen , und durch Aussteckung
einer Fahne, alle Muselmänner zu Hülffe zu ruf-
fen, bäte demnach von ihnen, daß sie ihm zu Aus¬
führung eines zo löblichen Vorhabens mir Rath und
That an die Hand gehen wollen. Dielen Vor¬
schlag billigten sie alle, und verschwuren sich, bey
einander zu leben und zu sterben, auch ihren An¬
schlag auf den 28. September zur Execution zu
bringen. '
Wie beschlossen, so gelban. Am besagten Ta¬
ge versandeten sie sich , gjengen auf drey Parten
durch die Stadt Conftantmopel. PATRONA
KHALIL uni) stire Rotte, giengen alle mit blos-
sm Säbeln in brr Laust, und er selbst trug eine
alee