Full text: Anleitung zur gründlichen und nützlichen Kenntniß der neuesten Erdbeschreibung, nach den brauchbarsten Landkarten, vornemlich zum Unterricht der Jugend verfertiget

Ill 
allesammt, freuet euch; er hat uns gesehen, hat unsern Dank gehört; 
unser guter Wohlthäter, der uns unsichtbar umschwebte, weiß, daß Veit 
ein ehrlicher Mann ist. Ich bin meiner Zusage quitt und ledig; nun 
laßt uns mit frohem Herzen heimkehren." Eltern und Kinder weinten 
noch viele Thränen der Freude und des Dankes, bis sie wieder zu ihrem 
Fuhrwerke gelangten, und weil die Frau groß Verlangen trug, ihre Freund¬ 
schaft heimzusuchen, um durch ihren Wohlstand die filzigen Vettern zu 
beschämen, denn der Bericht des Mannes hatte ihre Galle gegen die 
Knauser rege gemacht: so rollten sie frisch den Berg hinab, gelangten in 
der Abendstunde in die Dorfschaft und hielten bei dem nämlichen Bauer¬ 
hofe an, aus welchem Veit vor drei Jahren war hinausgestoßen worden. 
Er pochte diesmal ganz herzhaft an und fragte nach dem Wirthe. Es 
kam ein unbekannter Mann zum Vorschein, der gar nicht zur Freundschaft 
gehörte; von diesem erfuhr Veit, daß die reichen Vettern ausgewirth- 
schaftet hatten. Der eine war gestorben, der andere verdorben, der dritte 
davongegangen, und ihre Stätte ward nicht mehr gefunden in der 
Gemeine. Veit übernachtete nebst seiner Rollwagengesellschaft bei dem 
gastfreien Hanswirthe, der ihm und seinem Weibe das Alles weitläufiger 
erzählte, kehrte Tages darauf in seine Heimath und an seine Berufs¬ 
geschäfte zurück, nahm zu an Reichthum und Gütern und blieb ein 
rechtlicher, wohlbehaltener Mann sein Lebenlang. 
M u s ä u s. 
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-K- 
III. Darstellungen aus der Weltgeschichte. 
1. Karthago's Untergang. 
In demselben Jahre, wie Korinth, fiel auch Karthago, auf noch 
schrecklichere Weise. So hart der zweite Friede mit Rom gewesen, so 
erholte doch der Staat sich schnell durch die Industrie der Bürger und 
Hannibal's weise Verwaltung. Dieser große Mann wagte bereits neue 
Hoffnungen für sein Vaterland und für die Welt zu schöpfen. Aber der 
wachsame Haß der Römer und die Stärke der ihnen oder dem Frieden 
ergebenen Partei zwang ihn zur Flucht. Das Mißtrauen Roms hörte 
hierdurch nicht auf. Karthago sollte durchaus nicht mehr erstarken. 
Daher sah man gerne, daß Masinissa immer weiter griff und die Ent¬ 
waffnete schonungslos beraubte. Vergebens forderte Karthago, da ihm 
Krieg zu führen nicht erlaubt war, die Gerechtigkeit Roms zur Ver¬ 
mittlerin auf. Der Richter war sein Feind; und als endlich Cato dahin 
als Gesandter ging, so vermehrte sein übermüthiges Betragen die Er¬ 
bitterung. Cato kam als erklärter Feind Karthago's nach Rom zurück, 
und durch unaufhörliche Aufhetzung des Senats beschleunigte er das 
Verderben der unglücklichen Stadt. 
In derselben dauerte die Zwietracht der Parteien fort und wurde 
heftiger als je. Der patriotischen stand nicht nur eine römische, sondern
	        
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