Full text: Kurze Geschichte der Reformation für Bürger- und Volksschulen

23 
I* wolle er versprechen, in der Sache ganz still zu ftyn; 
schwiegen aber seine Gegner nicht, so würde die 
Sache erst recht laut werden, er habe sich noch 
nicht verschossen. 
2« wolle er dem Pabst schreiben, und bekennen, daß er 
in seinem Widerspruch zu hitzig gewesen sey, und 
wolle in einer Schrift jedermann ermahnen, der 
römischen Kirche gehorsam zu seyn. 
Hierauf reis'te Luther nach Wittenberg zurück, und 
gab wirklich eine kleine Schrift heraus, damit das Volk 
nicht denken möchte, er lehne sich gegen die römische 
Kirche auf. Auch schrieb er, wie er versprochen hatte, 
ein Entschuldigungsschreiben, und schickte es an den 
Pabst. 
§. 8. 
Or. Eck, ein Hcruptgegner Luther's, mit der 
päpstlichen Bannbulle. 
Wie wohl hatten Luthers Feinde gethan, wenn sie 
geschwiegen hatten! aber ihr unbesonnener Eifer vereitelte 
alle die guten Folgen, welche die Bemühungen des von 
Miltitz hoffen ließen. Or. Eck, Professor" der Gottes¬ 
gelahrtheit auf der Universität zu Ingolstadt in Bayern, 
ein zwar nicht unwissender, aber niedrig denkender, unge¬ 
stümer Religionseiferer, schrieb gegen Luthern so heftig,, 
daß der äußerst reizbare Mann seine Entschließung wieder 
änderte, und über seinen Gegner ebenfalls mit großer 
Heftigkeit herfuhr. Seinen Muth erhöhete noch der 
Umstand, daß der deutsche Kaiser Maximilian I. um 
dieselbe Zeit starb (rZry den I2ten Januar). Diese 
Veränderung war für Luthern sehr vortheilhaft. Der 
Pabst und die Fürsten hatten nun mit der neuen Kaisec- 
wahl zu thun, und vergaßen darüber ihn, der unterdrß
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.