Volltext: Leitfaden zur Weltgeschichte

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Die Kreuzzüge. 
oder die heiligen Kriege. Fast allen Bewohnern Europa'- 
wurde es damals zur Pflicht gemacht, an diesem Kriege 
Theil zu nehmen, entweder selbst initzuziehen, oder zu den 
Kosten beizusteuern. Die Kriegs wurden mit einem 
Kreuze bezeichnet. — Besonders thaten fich die Fran, 
zosen (damals noch gewöhnlich Franken genannt) und 
die Deutschen bei diesen Unternehmungen hervor. ES 
zogen in dem Zeiträume von 1096 bis 1291 verschiedene 
zahlreiche Heerhaufen aus Europa nach Palästina, um mit 
den Türken und Arabern zu kämpfen. Gottfried von 
Bouillon, Herzog von Nieder-Lolhringen, eroberte auch 
tm Jahre 1099 Jerusalem nebst dem größten Theil des 
Landes und wurde selbst von seinem Heere zum Könige 
von Jerusalem ausgerufen- Aber diese« christliche Kö- 
nigreich stand nur 88 Jahre. Die Kreuzfahrer waren ge, 
wöhnlich unter sich selbst uneinig und ihnen wurden auch 
oft von den griechischkonftantinopolitanischen Kaisern au« 
Mißtrauen Hindernisse in den Weg gelegt. Ueberdieß 
führten die Deutschen und Franken gleichfalls ihre Lehns- 
Verfassung in Palästina ein. Sie thcilten das Land in 
Grafschaften und Fürstenlhümer, deren Regenten sich bald 
mit einander entzweieten und auch den Königen von Jeru¬ 
salem nicht immer gehörig Folge leisteten. Nachdem auffer 
Gottfried von Bouillon noch andre 8 Könige nach einan, 
der zu Jerusalem geherrscht«hatten, wurde der letzte, Gui¬ 
do von Lusignan, (I. C. 1187) von Saladin (Sa, 
lah-Eddin) Sultan der Türken in Aegypten, vertriebe» 
und Palästina fiel von neuem unter die Bothmäßigkeil der 
Türken, unter welcher es auch noch bis jetzt stehet.
	        
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