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Erster Zeitraum.
(Von Columbus und Luther bis zum Ausbruche des
dreißigjährigen Krieges. Zahr 1617^-^618.
Einleitung.
^)as große geistliche Uebergewicht, welches die Pab-
ste sich angemaßt hatten, habt Ihr, meine Lieben, nicht
eben ganz verschwinden, aber doch sich mindern sehen,
indem französische Regenten sich und ihr Volk dem
harten Joche entziehen; die Oberpriester üben nur jetzt
noch das Recht weltlicher Fürsten, und besitzen dane¬
ben das einträgliche Privilegium, den getauschten Chri¬
sten Vergebung der Sünden zu verhandeln. Nur we¬
nige Nationen noch lassen sich von dem Wahne blenden,
daß der Pabst ein Gott sey; nur einige Fürsten geste¬
hen noch dem heiligen Vater das Recht zu, Welttheile,
Reiche und Provinzen mit ihren Bewohnern zu ver¬
schenken, oder zu verkaufen; kein Kaiser erniedrigt sich
mehr dazu, dem Stellvertreter Gottes auf Erden den
Steigbügel zu halten, wenn er sein Roß besteigt: Der
Pabst ward allmählig zum weltlichen Eigenthümer sei¬
nes Landes, zum ersten Priester (nicht Tyrannen), auch
zuweilen zum Heerführer im Kriege. Von der schwin¬
delnden Höhe war er schon herabgesunken, da wagte
es Waldus und Huß seine Vorrechte noch mehr zu
beschräncken, und den gedrückten Christen zu jener ed¬
len, lichtvollen Freiheit zu helfen, welche die Menschen
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