188. Birmingham.
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gung von dem, was die Engländer „Cutlery-ware“ (Schmiedewaare)
nennen, worunter alle möglichen schneidenden Instrumente verstanden
werden, und viertens die Anfertigung einer unzähligen Menge anderer
kleinerer Gegenstände aus Eisen und Metall, welche die Engländer mit
dem gemeinschaftlichen Namen „Hard-ware“ bezeichnen.
Da man überall in England mehr oder weniger Eisen findet, und
überall auch mehr oder weniger fabricirende Industrie verbreitet ist,
so findet man auch die Bearbeitung fast aller dieser genannten Gegen¬
stände mehr oder weniger verbreitet. Nichts desto weniger aber lassen
sich doch gewisse Landstriche und Städte als solche bezeichnen, in welchen
sich die eine oder andere Branche zu einem so hohen Grade entwickelt
und in einem so großen Umfange bearbeitet findet, daß man sie als
die Hanptsitze dieses Zweiges betrachten kann.
Für die genannten groben und großen Eisenwaaren finden sich in
Südwales die ausgedehntesten Eisengießereien. Südwales ist der eisen-
reichste Strich in England, und jene Waaren, bei denen ein weiter
Transport des Materials der Bearbeitung wegen sehr kostspielig sein
würde, halten sich daher so nahe als möglich zu den großen Eisen-
minen selbst.
Für die Bearbeitung von Maschinen und Maschinentheitcn ist Lan-
cashire und namentlich Manchester, die Seele des ganzen englischen
Maschinenwesens, der Hanptsitz. „Lancasliire-tools“ (Lancashirer
Instrumente und Werkzeuge) sind weit und breit berühmt. Natürlich
aber finden sich auch in anderen großen Fabrikstädten, Leeds, Glasgow re.,
bedeutende Maschinenfabriken.
Für die „Entlery^vare" dann sind die 70,000 mcsscrschmicdendcn
Einwohner von Sheffield die Hauptlcutc.
Und für alle die übrigen kleinen und großen Dinge, die man ans
Eisen, oder auch aus Kupfer, Messing und anderen Metallen — denn
diese sind im Vergleich mit dem Eisen so unbedeutend, daß sic nur
immer in Begleitung mit demselben genannt und fabricirt werden, —
verfertigen kann, für die „Hard-ware“; ist endlich Birmingham der
vornehmste Ort.
„Von Ambosen wiedertöncnd", nennt der alte Camden diese Stadt,
als wenn lauter Hufeisen oder Roßbeschlägc hier gemacht würden.
Allein diese Ambose und diese Hämmer, mit denen die Alten das wider¬
strebende Metall bewältigten, haben sich auf der einen Seite in so ge¬
waltige Maschinerien umgewandelt und sind auf der audereu Seite
zu so kleinen Amböschen und Hämmerchen zusammengeschrumpft und
in so viele Feilen und Feilchen, Polirsteine, Schleifsteine, Drahtziehereien
zerbröckelt, daß jener poetische Ausdruck nicht mehr genug sagt.
Weil die verschiedenen Industriezweige von Birmingham so klein
sind, d. h. nicht in so großen Etablissements und von so gewaltigen
Maschinen und so vielen Händen auf ein Mal betrieben werden, wie
die Manufacturen von anderen Städten, z. B. von Manchester, so
kommt es daher, daß diese Stadt, obgleich sie sich in ihrer Größe der
Pütz, Charakteristiken zur vergleichenden Erdkunde. II. ^ ^