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gesonnen war und auch nicht hielt. Vermöge seiner geistigen Kraft,
seines Geldes und eines geübten stehenden Heeres vermochte er viel aus¬
zurichten. Doch führte er eine Menge ungerechter und unglücklich endender
Kriege, und ob es ihm gleich gelungen war, den ihm widerstrebenden
Erzbischof zu Mainz durch einen Einfall in sein Land zu unterwerfen
und Pabst Bonifaz VIII., der den Churfürsten das Recht absprach, die
Kaiserwürde zu vergeben, in die Schranken zu weisen, indem er sich mit
Philipp IV. verband, so ließ er sich doch später von dieser Verbindung
abbringen. Als der mächtige Wenceslaus in Böhmen starb und der
lunge, leichtsinnige Honig in Olmüz ermordet wurde, so suchte er zuerst
durch Verhcirathung und darauf mit Gewalt der Waffen Böhmen an
ffch zu bringen; allein auf mehreren Seiten beschäftigt, und während er
gegen den jungen' Landgrafen von Thüringen sich rüstete, von dem er
geschlagen worden war, unternahmen es in der Schweiz die drei Wald-
städte, Schwyz, Uri und Unterwalden, welche unter Rudolph besondere
Freiheiten, und Rechte genossen hatten, sich loszureißen, da Albrecht sie
ganz unterjochen wollte und ihre Widersetzlichkeit dadurch rächte, daß
er eigenmächtig handelnde Landvögte über sie setzte, worunter besonders
Geßler von Brunek und der von Landenberg. Dieser wohnte auf' dem
Habsburgischen Schlosse zu Sarnen und Geßler erbaute, für den Schweizer
etwas Unerhörtes, einen Zwinghof in Uri. Ihre Strenge, von ihrem
Argwohn genährt, und ihr Uebermuth waren unerträglich. Der Kaiser wies
die deßhalb geführten Klagen ab. Als einst Geßler vor Werner Stauf¬
sachers, eines begüterten Landmanns, Gut vorübergieng, sagte er, sein schönes
Haus beschauend, verächtlich, es sey doch arg, daß man dem Bauern¬
dolk gestatte, so gut zu wohnen! Landenberg ließ einem andern Landmann
ln Unterwalden, Heinrich Melchthal, die Ochsen vom Pfluge wegnehmen.
Und als Arnold, sein Sohn, sich gegen den Knecht, der mit der Aeußerung:
die Bauern können wohl selber pflügen! die Ochsen ausspannte, tüchtig
wehrte und ihm durch einen Schlag mit dem Stocke den Finger zerschlug,
so floh er zu Walther Fürst zu Attinghausen. Da man des Sohnes
dicht habhaft werden konnte, so wurden dem Vater die Augen ausgestochen:
Ene unmenschliche Strafe!
Endlich kam Geßler im tollen Uebermuth gar auf den Gedanken,
üu Flecken Altdorf auf dem Markte eine Stange errichten zu lassen, auf
welcher ein Hut aufgesteckt wurde, vor welchem sich jeder Vorübergehende
verneigen sollte, als Zeichen einer dem Kaiser erwiesenen Ehre. Wilhelm
^ell, eln Urner aus Bürglen, kam den drei tief beleidigten Männern
fleschickt entgegen. Sie hatten sich mit etwa 30 andern auf dem Rütli,
einer großen Wiese an den Ufern des Vierwaldstättersees, bei Nacht
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