fullscreen: [Teil 4 = 5. Schulj., [Schülerbd.]] ([Teil 4 = 5. Schulj., [Schülerbd.]])

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Und der König Otto, der Große genannt, gehorcht der Stimme des 
Knaben, denn der Knabe hatte recht, und reitet zurück auf die Straße. 
Bald aber wird Hermann vom Felde heimgeholt; der König ist bei 
seinem Vater eingekehrt und hat zu ihm gesagt: „Billing, gib mir deinen 
ältesten Sohn mit, ich will ihn bei Hofe erziehen lassen; er wird ein 
treuer Mann werden, und ich brauche treue Männer!" Und welcher 
treue Sachse konnte einem Könige wie Otto eine Bitte versagen? 
So sollte denn der mutige Knabe mit seinem Könige ziehen, und 
als Otto ihn fragte: „Hermann, willst du mit mir ziehen?" da ant¬ 
wortete der Knabe freudig: „Ich will mit dir ziehen; du bist der König, 
und du schützest das Recht!" 
Und Hermann Billing wurde nachmals Ottos treuer Freund und 
schützte, wie sein König, das Recht. Und als Otto die Ungarn danieder¬ 
geworfen, alle seine Feinde bezwungen und Italien zum Reiche gebracht 
hatte, als sein Haupt mit der römischen Kaiserkrone geschmückt worden 
war, da verlieh er das väterliche Herzogtum seinem wackern Kampf¬ 
genossen, dem Hermann Billing. Anderthalb Jahrhunderte hat dessen 
Geschlecht im Sachsenlande geblüht. 
141. Kaiser Otto I. v. rnühler. 
1. Zu Quedlinburg im Dome ertönet Glockenklang, der Orgel 
Stimmen brausen zum ernsten Chorgesang: es sitzt der Kaiser drinnen 
mit seiner Ritter Macht, voll Andacht zu begehen die heil'ge Weihenacht. 
2. Hoch ragt er in dem Kreise mit männlicher Gestalt, das Auge 
scharf wie Blitze, vom goldnen Haar umwallt; man hat ihn nicht zum 
Scherze den Löwen nur genannt, schon mancher hat empfunden die 
löwenstarke Hand. 
3. Wohl ist auch jetzt vom Siege er wieder heimgekehrt, doch.nicht 
des Reiches Feinden hat mächtig er gewehrt; es ist der eigne Bruder, den 
seine Waffe schlug, der dreimal der Empörung blutrotes Banner trug. 
4. Jetzt schweift er durch die Lande geächtet, flüchtig hin, das will 
dem edlen Kaiser gar schmerzlich in den Sinn; er hat die schlimme Fehde 
oft bitter schon beweint: „O Heinrich, du mein Bruder, was bist du 
mir so feind!" 
5. Zu Quedlinburg im Dome ertönt die Mitternacht, vom Priester 
wird das Opfer der Messe dargebracht. Es beugen sich die Knie, es beugt 
sich jedes Herz, Gebet in heil'ger Stunde steigt brünstig himmelwärts.
	        
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