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Die hauptsächlichsten Ortschaften des Herzogthums Schleswig sind folgende :
Schleswig, die Hauptstadt des Herzogkhums, in einem Halbkreis am
westlichen Ende - der Schlei, mit 11,200 Einwohnern. Hier ist der Sitz
der Schleswig-Holsteinischen Negierung, der Ständevcrsammlung, und des
Generalsuperintendcnten. — Bis zum Jahre 1834 hatte das Volk keinen
Antheil an der Negierung genommen, da befahl der damalige König von
Dänemark, Friedrich VI., daß sowohl in Dänemark als in den Herzog-
thümcrn Ständeversammlungen eingerichtet werden sollten, welche dem Kör
nige bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Landes mit gutem Rath an
die Hand gingen; und zwar sollten 4 Ständeversammlungen statt finden,
nämlich eine für die dänischen Inseln in Roeökilde, eine fürJüt--
land in Wiborg, eine für das Herzogthum Schleswig in Schles¬
wig, und eine für Holstein in Itzehoe. — In Schleswig befindet sich
auch eine Anstalt für Taubstumme, und eine Irrenanstalt. Unter den Ge¬
bäuden Schleswigs sind das Schloß Gottorff und die Domkirche merk¬
würdig.
Flensburg, mit 15,000 Einw. ist der wichtigste Handelsort derHer-
zogthümer. Ein schöner, großer Hafen befördert die Sicherheit der Schiff¬
fahrt. Jährlich werden von dieser Stadt Schiffe nach dem Eismeere auf
den Wallfischfang geschickt. Flensburg hat bedeutende Tabaksfabrikcn, viele
Brantweinbrennereien, mehre Zuckersiedereien und Oelmühlen.
Eckernförde, eine Stadt mit ungefähr 4000 Menschen, hat einen
trefflichen Hafen, und treibt Handel, Schiffbau und Schifffahrt. In der
Nähe Eckernförde's werden Gefundheitsbädcr bereitet.
So-nderburg, eine Stadt auf der Insel Al sen, beinahe von der
Größe Eckernförde's; treibt Handel nach Island.
Apenrade und Hadersleben treiben unbedeutenden Handel. Ten¬
dern, an der Widau, ist eine kleine Stadt, mit einem Schullehrcrsemi-
nar, und hat Spitzenfabriken.
Südlich von Tendern liegt Husum, eine Stadt mit bedeutenden Vieh-
märkten. Die neue Kirche wurde im Jahre 1833 vollendet und kostete
54,000 E- Hermann Tast, der zuerst in den Herzogthümern die Nesor-
malion begründete, wurde hier geboren.
Tönning liegt am Ausfluß der Eider in die Nordsee, hat einen ziem¬
lich guten Hafen, und treibt Schifffahrt und Handel.
Friedrich stadt, 2 Meilen östlich von Tönning, ist eine kleine, regel,
mäßig gebaute Stadt, und hat Bekenner der verschiedensten Religionen un¬
ter ihren Einwohnern. Sie hat ansehnliche Salz- und Seifensiedereien.
Die einzige Festung des Herzogthums ist die kleine Ortschaft Frie,
brich sort am Kielerhafen. — Die Insel Fehmcrn hat eine einzige Stadt,
Namens Burg, deren Einwohner sich vorzüglich durch Ackerbau und Hand¬
werke ernähren.
Unter den Flecken und Dörfern sind vorzüglich Christiansfeld,
Bredstedt, Gravenstein und Cappeln merkwürdig. — Der erste
unter diesen Oertern wurde im Iahn 1772 neu und regelmäßig erbaut,
und wird von einer evangelischen Brüdergemcine (den Herrnhuthern) be¬
wohnt. Christianefeld liegt etwa 2 Meilen nördlich von Haderslcben. —
Bredstedt ist ein Flecken mit 1700 Einw. und liegt 2 Meilen nördlich von
Husum. — Gravenstein ist ein anmuthiger Flecken in einer herrlichen Ge¬
gend, 2j Meilen von Flensburg, und gehört dem Herzoge von Augustcn-
burg. ES befindet sich ein Schloß mit einem ausgezeichnet schönen Schloß-
garten daselbst. — Cappeln, an der Schlei, ernährt sich größtentheils
von der Fischerei, insbesondere vom Heringsfang.