144
die Elephanten zur Traͤnke gefuͤhrt wurden, welche nahe
dabei war. Dieset Mann machte mit einem der groͤ⸗
ßesten dieser Thiere Bekanntschaft, und pflegte ihn mit
kruͤchten und anderen Eßwaaren zu bewirthen, wenn der
Elephant seinem Hause vorbei ging. Der Elephant
steckte dann seinen langen Ruͤssel durch's Fenster und
nahm so das Geschenk seines Freundes in Empfang.
Eines Tages, als der Schneider sehr uͤbler Laune war
und nicht bedachte, wie gefaͤhrlich es seh, ein so große
und starkes Thier zu necken und gegen sich aufzübringen,
steckte der Elephant seinen Ruͤssel wie gewoͤhnlich in's
Fenster; anstatt ihm aber etwas zu fressen zu geben
stach er ihn mit seiner Nadel in den Ruͤssel. Der
Elephant zog denselben sogleich zuruͤck, und ohne seinen
Unmuth sich im Geringsten merken zu lassen, ging er
mit den uͤbrigen zur Traͤnke. Nachdem er aber seinen
Durst gestillt hatte, sammelte er eine große Menge des
schmutzigsten Wassers, das er nur finden konnte, in
seinem Ruͤssel, der mehrere Eimer fassen kann, und als
er beim nach Hause gehen an der Werkstatt des Schnei⸗
ders wieder vorbei kam, spruͤtzte er ihm all' dies Wasser
in's Gesicht, daß er uͤber und uͤber naß wurde und
beinahe ertrunken waͤre, zur gerechten Strafe seiner
Unart und Thierquaͤlerei.
e n bedenkt, wie stark dieses Thier war,
so muß es noch immer viel Maͤßigung und Großmuth
besessen haben/ daß es die boshafte Neckerei dieses
Mannes nicht noch staͤrker bestrafte
Du siehest, daß man auch mit Thieren nicht scher⸗
zen muß, der Instinkt mancher Thiere will beachtet,
nicht bespottet seyn.
54. Da