LS 8
Zur neuern Geschichte.
An seinen Zügen liest er
Der Losung ernst Gebet,
Das siegen oder sterben
Den fromm Verwegnen heißt,
Und vor dem Himmelserben
Beugt sich des Helden Geist.
„Mönchlein," beginnt der Ritter,
„Du gehest einen Gang,
Wie auch im Schlachlgewitter,
Im Mord- und Sturmesdrang
Ich noch bestanden keinen
Und keinen werd' bestehn;
Bist du mit Gott im Reinen,
Magst du den Gang auch gehn!"
So gab der greise Degen
Am heißen Kampfestag
Dem Luther seinen Segen,
Den Hand- und Ritterschlag.
Wohlauf denn, Held! und schwinge
Dein ritterliches Schwert!
Laß sehn, ob sich die Klinge
Als flammende bewährt!
Hagenbach.
Der Adel deutscher Nation.
„Wache auf, du edle Freiheit!"
Also schallt des Hutten Wort,
Und von einer Burg zur andern
Trägt es die Begeistrung fort.
Aufgewacht zur Freiheit bist du,
Adel deutscher Nation!
Schutz soll werden deinem Luther,
Trutz dem Feinde, Trutz und Hohn.
Dort aus Franken reichet Schaumburg,
Sickingen vom Rheinesstrand,
Alle ritterlich verbündet
Reichen ihm die Freundeshand.
Offen stehen ihm die Burgen,
Ihm erklingen Schild und Speer,