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eine Handvoll eingeführt, und meine Großmutter hat mir gesagt, auch
sie könne sich dessen nicht entsinnen und doch sei immer Segen bei der
Sache gewesen und von Mangel habe man hier nichts gewußt. Und
wenn es noch Not am Manne wäre, Johannes! ein naß Jahr! Aber
trocken wars bis dahin, und trocken wird es wieder werden, und ein
wenig naß werden schadet dem Korne nichts; und würde es ihm
schaden, so hast du zu denkeu, der Herr, der das Korn gegeben, gibt
auch den Regen, und wie ers gibt, hast du es anzunehmen. Johannes,
tue es nicht, ich halte dich dringlich an!"
Bei diesen Worten der Großmutter stand das Gesinde umher. Die
Alten machten ernsthafte Gesichter; aber die Jungen lachten und sagten
unter sich, das Altvaterische sei abgetan, jetzt sei eine neue Welt.
„Großmutter, habt nicht Kummer," sagte der Bauer, „alles muß ein¬
mal zum erstenmal geschehen, und deswegen ists noch nicht bös. Unserm
Herrgott wird das nicht viel machen, ob wir heute schassen oder schlafen,
und ebenso lieb wird ihm das Korn unter Dach als im Regen sein.
Was drin ist, ist drin, man braucht deswegen nicht Kummer zu haben;
denn wie es morgen sein wird, weiß niemand."
„Johannes, Johannes, drin und draußen ist die Sache des Herrn,
und wie es diesen Abend sein wird, weißt du nicht; aber das weißt
du, daß ich deine Großmutter bin und dich um Gottes willen bitte:
laß heute dein Korn draußen! Ich will, wenn du es sonst nicht machen
kannst, ein ganzes Jahr kein Brot essen." — „Mutter," hat darauf
der Johannes gesagt, „deshalb sollt Ihr nicht weniger Brot haben; aber
eine Zeit ist nicht alle Zeit, es gibt alle Jahre neue Bräuche, und
seine Sache sucht man alle Tage besser zu machen." — „Aber, Johannes,
die Gebote bleiben die alten, und kein Tüpflein wird davon vergehen;
und hast du dein Korn unter dem Dache, was hilft es dir, wenn du
Schaden leidest an deiner Seele?" — „Um die kümmert Euch nicht!"
„Johannes, Johannes!" hat die Mutter gerufen; aber Johannes
hörte nicht, und während die Mutter betete und weinte, führte Johannes
Garben ein, Fuder um Fuder; mit Flügeln schienen Mensch und Tiere
behaftet. Tausend Garben waren unter Dach, als die ersten Regen¬
tropfen fielen; schwer, als wären es Pfundsteine, fielen sie auf die
dürren Schindeln. „Jetzt, Mutter," sagte Johannes, mit seinen Leuten
in die Stube tretend, „jetzt ists unter Dach, Mutter, und alles ist gut
gegangen; mag es jetzt stürmen, wie es will, und morgen schön oder
bös Wetter sein, ich Habs unter meinem Dach." — „Johannes, aber
über deinem Dach ist des Herrn Dach," sagte die Mutter feierlich; und
wie sie das sagte, ward es hell in der Stube, daß man die Fliegen