Volltext: [Teil 4 = Kl. 6, [Schülerband]] (4.;[Schülerband])

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Das wurde manchen der Zuschauer, die keine besonderen Rechengenies 
waren, langweilig, und sie entfernten sich, die einen, indem sie den 
törichten Krämer verspotteten, die andern, indem sie ihn bedauerten. 
Als für den zwölften Bohrer schon über zweitaufend Erbsen abge— 
zählt werden sollten, machte der Stadtkämmerer den Vorschlag, man 
möge doch die Zahl der zu zahlenden Erbsen vorher ausrechnen und 
dann erst zählen. Also ging man zum Wirt in den Ratskeller um den 
bei einem guten Trunke das Exempel zu lösen. Der Stadtkaämmeres 
nahm auch den Kantor des Städlchens noch mit dazu, damit kein Fehler 
unterliefe. 
Je länger das Exempel und je größer die Zahlen wurden, desto 
bänglicher ward auch dem Herrn Bürgermeister zumute, und als das 
Erempel endlich fertig war, da saß er wie vernichtet hinler den fürchter⸗ 
lichen Zahlen. Man hatte berechnet, daß etwa fünfundfünfzigtausend 
Erbsen in die Metze gingen; die Summe der zu zahlenden Erbsen aber 
war so groß, daß mit der Erbsenernte des ganzen Städtchens nur ein 
lleiner Teil der Schuld hätte abgetragen werden können. Wollte der 
Herr Bürgermeister aber die zur Bezahlung seiner Schuld nötigen Erbsen 
laufen, so mußte er bei dem damaligen Erbsenpreise ein Kapital von 
ziemlich neunzehnhundert Millionen Gulden anlegen. 
Wie ein armer Sünder sah der Bürgermeister aus, als er nun 
wieder vor der Bude des Krämers erschien. Der Krämer aber, der 
jetzt innerlich lachte, war mit der Demütigung des stolzen Bürgermeisters 
oöllig zufrieden und ließ sich zu einem billigen Vergleiche bereit finden. 
Der Bürgermeister zahlte ihm hundert Gulden, und beide meinten, da— 
mit ein gutes Geschäft gemacht zu haben. 
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