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Das wurde manchen der Zuschauer, die keine besonderen Rechengenies
waren, langweilig, und sie entfernten sich, die einen, indem sie den
törichten Krämer verspotteten, die andern, indem sie ihn bedauerten.
Als für den zwölften Bohrer schon über zweitaufend Erbsen abge—
zählt werden sollten, machte der Stadtkämmerer den Vorschlag, man
möge doch die Zahl der zu zahlenden Erbsen vorher ausrechnen und
dann erst zählen. Also ging man zum Wirt in den Ratskeller um den
bei einem guten Trunke das Exempel zu lösen. Der Stadtkaämmeres
nahm auch den Kantor des Städlchens noch mit dazu, damit kein Fehler
unterliefe.
Je länger das Exempel und je größer die Zahlen wurden, desto
bänglicher ward auch dem Herrn Bürgermeister zumute, und als das
Erempel endlich fertig war, da saß er wie vernichtet hinler den fürchter⸗
lichen Zahlen. Man hatte berechnet, daß etwa fünfundfünfzigtausend
Erbsen in die Metze gingen; die Summe der zu zahlenden Erbsen aber
war so groß, daß mit der Erbsenernte des ganzen Städtchens nur ein
lleiner Teil der Schuld hätte abgetragen werden können. Wollte der
Herr Bürgermeister aber die zur Bezahlung seiner Schuld nötigen Erbsen
laufen, so mußte er bei dem damaligen Erbsenpreise ein Kapital von
ziemlich neunzehnhundert Millionen Gulden anlegen.
Wie ein armer Sünder sah der Bürgermeister aus, als er nun
wieder vor der Bude des Krämers erschien. Der Krämer aber, der
jetzt innerlich lachte, war mit der Demütigung des stolzen Bürgermeisters
oöllig zufrieden und ließ sich zu einem billigen Vergleiche bereit finden.
Der Bürgermeister zahlte ihm hundert Gulden, und beide meinten, da—
mit ein gutes Geschäft gemacht zu haben.
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