×

You are using an outdated browser that does not fully support the intranda viewer.
As a result, some pages may not be displayed correctly.

We recommend you use one of the following browsers:

Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Persons:
Kahnmeyer, Ludwig Schulze, Hermann
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13001016
<br> 153 <br> ein Arbeiter und dreht und wendet stundenlang die Masse, bis sie zuletzt so weich <br> uud zähe wie ein Teig wird. Dann wird die Masse in einzelnen Klumpen unter <br> den Dampfhammer gebracht, der ein Gewicht bis zu 50 000 kg hat. Dröhnend <br> fällt der Hammer ans das weiche Metall nieder und quetscht nach und nach alle <br> schlackigen Teile heraus. Durch mächtige Walzen wird dann ein solcher Eisen¬ <br> block zu langen, schmalen Stäben ausgedehnt, wie sie Schlosser und Schmiede <br> täglich verarbeiten. Das Stabeisen wird durch Walzen zu Blech gewalzt oder <br> auf Drahthütten durch Löcher einer Stahlplatte zu Draht ausgezogen. <br> 3. Der Stahl enthält nur 1—2 °/o Kohle. Er wird aus Schmiedeeisen <br> oder aus Roheisen oder aus beiden zusammen hergestellt. Will mau ihn aus <br> Schmiedeeisen herstellen, so muß mau dieses mit Kohlenpulver in verschlossenen <br> Kasten glühen. Hierbei nimmt das Eisen 1—l*/2 °/0 Kohle ans und wird da¬ <br> durch, sobald es nochmals glühend gemacht und plötzlich in kaltem Wasser abge¬ <br> kühlt wird, viel härter und biegsamer als das Schmiedeeisen. — Aus Roheisen <br> wird der Stahl dadurch hergestellt, daß man einen Teil seines Kohlenstoffs ver¬ <br> brennt. — Man verarbeitet den Stahl zu allerlei Geräten, Schneidewerkzengen <br> u. s. w. Weltberühmten Gußstahl liefert Krupp in Essen. Aus diesem Stahle <br> werden Maschinenteile, Eisenbahnschienen, besonders aber Kanonen gegossen. <br> XIX. Aau und Uflege des menschlichen Körpers. <br> 1. Knochen. Die festesten Bestandteile des menschlichen Körpers sind die <br> Knochen. Diese bestehen aus Kuocheuerde (Kalk) und Knochenkorpel (Leim). In <br> der Jugend, wo der Knorpel vorherrscht, sind die Knochen weich und biegsam, <br> deshalb aber auch sehr zu Verkrümmungen geneigt. Daher halte man den Körper <br> stets gerade, sitze nie gebückt oder schief und vermeide es, mit einem Arme anhaltend <br> schwere Lasten zu tragen, wie es beim Wasserholen, Kinderwarten n. s. w. häufig ge¬ <br> schieht. Die beweglichen Knochen sind durch Gelenke verbunden. Durch Verstauchung <br> werden die beiden durch Gelenke verbundenen Knochen aus ihrer Lage gedrängt, treten <br> aber gleich von selbst wieder in diese zurück, was bei Verrenkungen nicht der Fall ist. <br> 2. Zähne. Ein erwachsener Mensch hat 8 Schneide-, 4 Eck- und 20 Backen¬ <br> zähne. An jedem Zahne unterscheidet man Krone und Wurzel. Eine glänzende, <br> weiße Masse, der Schmelz, umgibt den Zahn. Im Innern der Krone ist eine <br> kleine Höhlung, in die durch die Wnrzelspitze ein Nerv und eine Ader eindringen. <br> Sobald der Zahn hohl und der Nerv in der Krone bloßgelegt wird, entsteht der <br> Zahnschmerz. Um das Hohlwerden der Zähne zu verhüten, reinige man sie täg¬ <br> lich mit Zahnseife oder Zahnpulver, da durch die in Fäulnis übergehenden Speisereste <br> der Zahnschmelz zerfressen wird. Dasselbe geschieht auch beim übermäßigen Genusse <br> von Süßigkeiten, aus denen sich scharfe Säuren bilden, die den Zahnschmelz nach <br> und nach auflösen und die Zähne leicht krank machen. Ebenso können die Zähne <br> durch das Aufknacken der Nüsse oder Zerbeißen anderer harter Gegenstände sowie <br> durch den plötzlichen Wechsel von heißen und kalten Speisen und Getränken leicht <br> beschädigt werden. Um hohle Zähne noch längere Zeit brauchbar zu erhalten, läßt <br> man sie ausfüllen (plombieren). Das muß aber geschehen, ehe die Höhlung zu <br> groß geworden ist. Dadurch erspart man sich viele Schmerzen. <br> 3. Die Muskeln (gewöhnlich Fleisch genannt) bilden länglich runde, platte <br> oder ringförmige Bündel, die mit den Enden durch feste Stränge (Sehnen oder <br> Flechsen) an den Knochen festgeheftet sind. Sie dienen hauptsächlich der Bewegung. <br> Viele von ihnen können wir ganz willkürlich bewegen. So werden z. B. die Gelenke <br> durch den „Beuger" auf der Innenseite und den „Strecker" auf der Außenseite <br> vom Gehirn aus mittels der Nerven in Bewegung versetzt. Sobald das Gehirn <br> seine Tätigkeit einstellt, erschlaffen die Muskeln. (Ohnmacht, Schlaf.) Die Herz-