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Title:
Bürger- und Haushaltungskunde
Persons:
Haehn, Emil Hähn, Emil
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13117131
<br> Die Wohnung. Die Wohnung hat den Zweck, der Familie <br> zum Aufenthalte zu dienen. Die Größe derselben muß der Zahl <br> der Familienglieder entsprechen. Eltern mit 2 oder 3 Kindern <br> sollten mindestens über ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, eine <br> Schlafkammer für die Kinder, Küche, Keller- und Speicherraum <br> verfügen. Wohnungen ohne Küche sind nicht empfehlenswert, <br> da das Kochen im Wohnzimmer der Gesundheit nachteilig ist <br> und den Aufenthalt darin ungemütlich macht. Gar manche <br> Krankheiten sind auf schlechte Wohnungsverhältnisse zurückzu¬ <br> führen. Darum ist bei der Wahl einer Wohnung die größte <br> Vorsicht geboten. Vor Wohnungen in engen finstern Gassen <br> und Höfen oder gar in dumpfen und feuchten Kellern kann nicht <br> eindringlich genug gewarnt werden. Rheumatismus, Gicht, Nieren¬ <br> leiden, Bleichsucht und viele andere Krankheiten werden durch <br> sie veranlaßt. Ein rechtschaffener Familienvater wird es daher <br> als Gewissenspflicht betrachten, nur gesunde Räume in gesunder <br> Lage zu wählen, auch wenn er dafür eine höhere Miete zahlen <br> muß. Was man in einer minderwertigen Wohnung an Miete <br> erspart, muß man doppelt an Arzt und Apotheker bezahlen. <br> Wenn tunlich, beziehe man eine auf der Sommerseite einer <br> Straße gelegene Wohnung, die täglich möglichst lange von der <br> Sonne beschienen wird; denn „wo die Sonne nicht hinkommt, <br> kommt der Arzt hin“. Solche Wohnungen sind heller, freund¬ <br> licher und wärmer als die auf der Winterseite gelegenen. Auch <br> fühlt man sich darin heimischer, heiterer und zufriedener; denn <br> Lage und Beschaffenheit einer Wohnung machen zweifellos ihren <br> Einfluß auf den menschlichen Körper geltend. Häuser mit <br> wenigen Bewohnern sind den sogenannten Mietskasernen vorzu¬ <br> ziehen. Das Zusammenleben vieler Menschen auf engem Raum <br> wirkt friedestörend und entsittlichend; zudem ist es eine längst <br> erkannte Tatsache, daß die Sterblichkeit in schwach bevölkerten <br> Häusern verhältnismäßig geringer ist als in dichtbewohnten <br> Mietskasernen, die oft wahre Brutnester ansteckender Krank¬ <br> heiten sind. <br> Einrichtung. Einrichtung und Ausstattung einer Wohnung <br> erhöht die Gemütlichkeit derselben. Das geräumigste und <br> luftigste Zimmer sollte man als Schlafzimmer wählen, während <br> das nächstgrößte und hellste als Wohnzimmer zu benützen ist. <br> Die Mobiliareinrichtung sei den Vermögens Verhältnissen ent¬ <br> sprechend. einfach und gediegen. Eine tüchtige Hausfrau weiß <br> ihre Wohnung durch entsprechende Ausstattung so zu gestalten, <br> daß die Familienglieder sich gerne darin aufhalten und sich <br> dabei wohl und behaglich fühlen. Dieses wird sie hauptsächlich <br> durch Reinlichkeit und Ordnung zu erreichen suchen. Sie wird <br> darauf bedacht sein, daß in den zur Wohnung gehörigen Räumen <br> sich jeder Gegenstand an dem für ihn bestimmten Platze befindet <br> und auf Reinhaltung der Räume und Mobiliargegenstände pein¬ <br> 30