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etwas Wasser nach, dessen spezifisches Gewicht = 1,00 ist. Das Ge¬
misch aus Wasser und Alkohol wird schwerer sein als ein gleiches
Volumen Alkohol. Bald wird es bei fortgesetztem, vorsichtigem Nach¬
gießen von Wasser dieselbe Schwere erhalten, welche das Olivenöl
besitzt. Nun schwimmt das Olivenöl in dem Gemisch und ballt sich zu
einer Kugel zusammen. Durch diese schiebe man senkrecht eine öl¬
befeuchtete Stricknadel, die man dann schnell zwischen den Fingern
rotieren läßt. Die Kugel wird mit rotieren und dabei ihre Form
verändern. Das obere und untere Ende, wir wollen sagen, die Polar¬
gegenden, nähern sich einander, und die Äquatorialzone weitet sich
aus. Die Masse häuft in der letzteren wulstartig an, während
sie aus den Polarzonen wegrückt, verschwindet. Woher rührt das?
Auch hier wird durch die Rotation Tangentialkraft erzeugt. Diese
wächst nachweislich in geradem Verhältnisse mit der Notationsge-
schwindiHkeit. Nun beschreiben die in der Nähe der Pole gelegenen
Punkte in derselben Zeit kleine Kreise, in der die in der Äquatorzone
gelegenen Punkte große Kreise durchlaufen. Folglich ist die Fliehkraft
in der Polargegend gering, in der Äquatorialzone viel größer. Da
die nachgiebige Müssender größeren Fliehkraft folgt, so muß sie sich
in der Gegend des Äquators anhäufen, aus den Polgegenden aber
entweichen.
Versuch 3. Durch eine Kugel aus weichem Thon schiebe man
eine Stricknadel und versetze sie in Rotation. Auch hier wird man
aus gleichen Gründen, wie bei dem vorigen Versuche, ein Rotations¬
ellipsoid entstehen sehen.
Versuch 4. Am vollkommensten kann man diese Erscheinung
am Magnus'fchen Ballon beobachten.
Zwei sich rechtwinkelig kreuzende Reifen aus feinem, höchst elasti¬
schem Stahl- oder Messingblech werden an den durchbohrten Kreuz-
stellen über eine senkrecht stehende Stahlwalze geschoben. Die untere
Kreuzstelle der Reifen wird an dem Stahlstabe unbeweglich befestigt;
die obere Kreuzstelle muß sich leicht an demselben ans- und abschieben
lassen. Wird nun das untere Ende des Stahlstabes in den Rota¬
tionsapparat eingeschraubt und dieser in schnelle Bewegung versetzt, so
rotiert der Ballon um seine Axe. Dabei nähert sich die obere Kreuz-
stelle der unteren, so zu sagen, der Nordpol dem Südpole, während
sich die Äquatorialzone sehr erheblich ausweitet oder ausschwingt.
Resultat: Aus allen diesen Versuchen geht unwiderleglich hervor,
daß jede Kugel, welche aus nachgiebiger Materie besteht, durch die
Axenorehung zu einem Rotationsellipsoid umgestaltet wird, d. h., daß
sie sich an' den Polen abplattet, dagegen in der Äquatorialgegend
ausweitet.
Anwendung auf die Erde.
Geologen und Astronomen haben überzeugend dargethan, daß die
Erde während einer ihrer früheren Entwickelungsperioden aus glühend-