Volltext: Annalen des Deutschen Reichs im Zeitalter Heinrichs IV. (Abt. 3, Bd. 2, Hälfte 1)

1058 
Das deutsche Reich unter Heinrich IV. 1056—1106. 
9 
deutschen Hof, mit dessen Gkitheifsung Gerhard zu Siena ge¬ 
wählt wird.a 
1058 
a) Tod des Papstes Stephan IX., 29. März, s. tit, sepulcr. bei 
Watterich I, 202, vgl. Rev. quest, hist. XX, 74.1 Lamp. ann. S. 73: Stephanus 
papa — cum in civitate Florentia moraretur, 4. Kal. Apr. naturae mortali debitum 
solvit; Leo Ost. II, 98 SS. VII, 694. Vor seiner Abreise nach Tuscien hatte 
er in einer Synode wegen der Neubesetzung des päpstl. Stuhles Vorkehrungen 
getroffen. Petri Dam. ep. 1. III, 4 Migne CXLIV, 292 [op. I, 45]: congre- 
gatis intra ecclesiam episcopis, clero et populo hoc subdistricti nimis anathe- 
matis excommunicatione statuerat: ut si eum de hoc saeculo migrare contingeret, 
ante quam Hildebrandus, Romanae ecclesiae subdiaconus, quicum communi 
omninm consilio (pro quibusdam rei publicae negotiis, fügt Leo Ost. 1. c. hinzu) 
mittebatur (s. o. 1057), ab imperatrice rediret, papam nullus eligeret, sed 
sedes apostolica usque ad illius reditum intacta vacaret —. Über die Pläne 
Stephans IX. berichtet Leo Ost. II, 97: Disponebat — fratri suo duci Gotfrido 
apud Tusciam in colloquium iungi eique ut ferebatur imperialem coro- 
nam largiri; demum vero ad Normannos Italia expellendos, qui maximo illi 
odio erant, una cum eo reverti. Inwieweit der erste Teil dieser Nachricht 
glaubwürdig ist, steht dahin; es ist wahrscheinlicher, dafs Gottfried dergleichen 
ehrgeizige Pläne hegte, als dafs der Papst sie förderte, s. die Erwägungen 
bei Wattendorf 51 f., Jung, Gottfried 32 f., denen MvK. beistimmt (I, 81 
n. 54). Der Tod traf ihn, der schon lange krankte, im Hause seines Bruders 
in Gegenwart des Abtes Hugo von Cluny, vgl. Hildebert, V. Hugonis. Acta 
Sanct. April. III, 649 (Watterich I, 196 n. 2). Die Angaben der ann. Rom. 
SS. V, 470 sind völlig unglaubwürdig und verwirrt. Stephan IX. war der 
letzte in der Reihe der deutschen Päpste, die seit Clemens II. auf den Stuhl 
Petri erhoben waren. Der Ankampf des Papsttums gegen die Herrschaft der 
Normannen hörte mit ihm auf; die folgenden Päpste sahen in ihnen wertvolle 
Bundesgenossen in ihrem Kampfe gegen das Kaisertum. Amatus III, 50 ver¬ 
zichtet in seiner Normannengeschichte darauf, nach Stephan IX. weiterhin die 
Wahlen der Päpste zu erzählen; sie scheinen ihm dessen nicht wert: quar 
l’onor defailli ä Rome, puiz que faillirent li Thodesque. 
Neuwahl: Kaum war die Nachricht vom Tode Stephans IX. nach Rom 
gelangt, so machte die Partei des römischen Adels den Versuch, das ihr durch 
Heinrich III. entrissene Besetzungsrecht des päpstlichen Stuhles wieder in ihre 
Hand zu bringen. Leo Ost. II, 99 SS. VII, 695: Interea Gregorius de Alberico, 
Tusculanensis comes, comperto Romani pontificis obitu, sociato sibi Girardo de 
Galera et Romanorum potentium aliquot, nocturno tempore — wahrschein¬ 
lich am 5. April, RP.2 I, 556 — cum armatorum turbis undique tumultuanti- 
bus atque furentibus ecclesiae iura pervadunt, et Johannem Veliternensem 
episcopum — invitum licet ut ferunt in Romana sede papam constituunt, 
Benedicti nomine illi imposito. Quod cum Petrus Damiani — comperisset, 
1) Wattendorff, 135 n. ändert die Angaben ohne rechten Grund, RP." 1, 556.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.