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Horizont durch n und m, für den Standpunkt b geht er durch s und
k, für den Standpunkt 0 durch v und w.
Die Horizontfläche ist in Wirklichkeit niemals eben im mathema¬
tischen Sinne. Denkt man sich durch seinen Standpunkt eine mathe¬
matische Ebene als Tangentialebene an den Erdball gelegt und nach
allen Seiten bis an den Himmel verlängert, so erhält man eine Hori¬
zontebene oder Gesichtsebene. Sie wird gleichfalls von einer
Kreislinie begrenzt. Man nennt diese den scheinbaren oder astro¬
nomischen Horizont. Denkt man sich in die Horizontebene gerade
Linien gelegt, so müssen diese bei ausreichender Verlängerung die Kreis¬
linie des scheinbaren Horizonts schneiden. Man sagt von solchen Linien,
sie seien horizontal.
Der natürliche Horizont fällt anschei¬
nend in die Ebene des astronomischen
Horizonts, liegt aber in Wahrheit etwas
tiefer. In Fig. 2 wird für den Standpunkt
a die Ebene des astronomischen Horizonts
durch Linie bc angegeben, während der
natürliche Horizont durch ä und 6 geht.
Der Winkel, welcher zwischen dem astro¬
nomischen Horizonte und einer Geraden
liegt, die vom Standpunkte aus nach dem
natürlichen Horizonte gezogen wird (ball
angiebt, um wie viel Grade der letztere tiefer
(Figur 2.)
in Fig. 2), der also
liegt als der erstere, heißt Senkwinkel oder Kimmtiefe oder Depression
des Horizonts (Depression = Niedcrdrückung), cfr Winkel a x r in Fig. 3.
Ans der Kreislinie des astronomischen Horizonts, oder was für
das Auge, wenn unser Standort nicht hoch liegt, fast ganz dasselbe
ist, ans der Kreislinie des natürlichen Horizonts scheint diejenige Hälfte
des Himmelsranmes zu ruhen, die wir über uns erblicken. Sie er¬
scheint uns wie die Hälfte einer großen, von oben her flachgedrückten
Hohlkugel. Wäre, die Erde durchsichtig, so würden wir unter ihr,
resp. unter dem astronomischen Horizonte, den übrigen Teil des
Himmelsraumes in Form der Hälfte einer großen Hohlkugel gewahr
werden. Der ganze Himmelsraum würde sich mithin unserem Auge
in der Form einer gewaltigen Hohlkugel darstellen, in deren Zentrum
der Erdball stünde.
In der mathematischen Geographie hat man es aber selten mit
dem astronomischen, noch seltener mit dem natürlichen, sondern meistens
mit dem wahren oder mathematischen Horizonte zu thun.
Parallel zu der Ebene des astronomischen Horizontes denke man
sich durch den Mittelpunkt der Erdkugel eine Ebene geschoben und
nach allen Seiten hin bis an das Himmelsgewölbe verlängert.