Full text: Lesebuch für kaufmännische Schulen

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zum Teil einen Bund, die Union genannt,.an deren Spitze der Kurfürst 
von der Pfalz trat. Da dieser aber reformierter Konfession war, so 
hielten sich die lutherischen norddeutschen Fürsten zurück, und damit war 
die böse Spaltung auch politisch geschaffen. Die Katholiken blieben nicht 
dahinten; sie bildeten einen Gegenbnnd, die Liga genannt, deren Führung 
der Herzog von Baiern übernahm. Er konnte auf das Einvernehmen 
aller Katholiken Deutschlands rechnen; denn diese waren einig. 
Wiedergabe nach Kernfragen. 
Erzähle! 
h) So bereitete sich der Zusammenstoß vor. Als Kaiser Rudolf II. 
starb und sein Bruder Matthias ihm im Reiche nachfolgte, war ganz 
Deutschland in zwei feindliche Lager anseinandergeriffen, die Protestanten 
hüben, die Katholiken drüben. Die Religionskämpfe, die in Frankreich, 
in England, in den Niederlanden bereits stattgefunden hatten, warfen 
ihren Flammenschein auch nach Deutschland hinüber. Einzelne Erb- und 
Thronstreitigkeiten zwischen protestantischen und katholischen Fürsten bildeten 
die Vorpostengefechte des großen Kampfes, der entbrennen sollte. Die 
Erbitterung stieg, und es war vorauszusehen, daß die beiden Feinde, um 
sich zu vernichten, wie einst Moritz von Sachsen selbst ausländische Hilfe 
herbeiholen würden. 
Nicht ein deutscher, sondern ein europäischer Krieg stand bevor, der, 
auf deutschem Boden ansgefochten, die Lage des deutschen Reiches und 
Volkes gänzlich umgestalten sollte. 
Wiedergabe nach Kernfragen. 
Erzähle! 
Zusammenfassung. 
Vertiefung. 
Es war jedenfalls angebracht, daß die evangelischen Fürsten sich 
vereinigten. Aber jetzt zeigte sich das Unheilvolle der Spaltung des 
evangelischen Bekenntnisses. Da der Pfälzer Kurfürst reformiert war, 
blieben die lutherischen Fürsten Mittel- und Norddeutschlands der Union 
fern. Sie hätten sich eher mit den Katholiken vereinigt als mit den 
Reformierten. Darüber frohlockten die Katholiken, die festgeschlossen ihrer¬ 
seits die Liga den Gegnern gegenüberstellten, an deren Spitze ein kriege¬ 
rischer Fürst, der Baiernherzog Maximilian trat. Nun fehlte bloß noch 
ein mächtiger strengkatholischer Kaiser; Rudolf und sein Bruder Matthias 
waren nicht stark und nicht kriegerisch genug. Da aber schon die Bünde 
einander feindlich gegenüberstanden, so war der Zusammenstoß auch so 
unvermeidlich. Man hatte das Beispiel des Religionskrieges in den Nach¬ 
barländern bereits gehabt. Und das Beispiel reizt immer. Es mußte ein 
Kampf auf Leben und Tod beginnen. Und da man einander überflügeln 
wollte, mußte man von außen her Hilfe nehmen; die Franzosen und 
Niederländer hatten das auch gethan. Moritz von Sachsen hatte gleich-
	        
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