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Vorwort.
In Dr. Hans Zimmers „Männer, Bücher und Probleme"
(Verlag von Greßler, Langensalza) liest man in einem Abschnitte
über die Jugendbildung der Chinesen: „Der blinde Gehorsam,
der unbedingt verlangt wird, macht das Kind von vornherein zur
Maschine; die Unterrichtsmethode ist eine rein mechanische: Das
Schreiben ein Nachpinseln, das Lesen ein Nachplappern, die An¬
eignung aller Kenntnisse ein blödes Auswendiglernen und das Ganze
eine große chinesische Mauer, die dem Kinde von vornherein den
Horizont absperrt." — Eine objektive Kritik der bisherigen Ver¬
hältnisse unserer Jugendbildung gelangte zu einem nicht minder
abfälligen Urteile und stellte dem Satze gemäß: Wer einreißt, soll
auch wieder aufbauen! neue Richtlinien für die Schulerziehung ans,
welche die Lernschule mit ihrer einseitigen Verstandesbildung zu
einer Schule umbildeten, in der man dem Kinde mit seinen Inter¬
essen und Bedürfnissen mehr Rechnung zu tragen und dem Kopfe,
dem Herzen und der Hand zu gleichem Rechte zu verhelfen bestrebt
ist. Dieser Schule hat man den Namen Arbeitsschule gegeben,
aber nicht etwa nur in Hinsicht auf die manuelle Betätigung,
die sie pflegt, sondern deswegen, weil sie alle selbstschöpfe¬
rischen Kräfte im Kinde zu mobilisieren und mit deren
Hilfe eine möglichst intensive Selbsterarbeitung der
Kenntnisse und Fertigkeiten seitens des Kindes in die
Wege zu leiten sucht. Tätiger Geist, fühlendes Herz, geschickte
Hand, diese drei machen das Wesen der Arbeitsschule aus.
Es ist schon viel geistiges Kapital verschlungen worden, um
der Arbeitsidee die rechte Geltung zu verschaffen, und allenthalben
im Lande arbeitet man an einer dementsprechenden Reorganisation
der Schulen. Der Meinung, daß auch die kleinsten Schulen in
dieser Beziehung nicht zurückstehen dürfen, habe ich die Arbeits¬
idee in jahrelanger stiller Arbeit zunächst in der Unterklasse meiner