III. Aus der Ritterzeit
A. Lyrik.i)
1. Aus des Minnesangs Frühling.
Von unbekannten Verfassern.
I. Uein.
Dü bist min, ich bin din:
des solt du gewis sin.
du bist beslozzen
in minem herzen,
verlorn ist daz slüzzelin,
du muost immer drinne sin.
II. Frühlingsgedanke.
Ich hän gesehn, daz mir in herzen
sanfte tuot:
des grüenen loubes bin ich worden
wolgemuot.
diu beide wunniclichen stät.
mirst liep, dazs alsö vil der schcenen
bluomen hat.
III. Frühlingswonne.
Ich gesach den sumer nie,
daz er sö schöne dühte mich,
mit manigen bluomen wol getan
diu beide hat gezieret sich,
sanges ist der walt sö vol,
diu zit diu tuot den kleinen vogelen
wol.
IV. Gruß.
Der al der werlt ein meister si,
der gebe der lieben guoten tac,
von der ich wol getrcestet bin.
si hat mir al min ungemach
mit ir güete al benomen,
unstaete hat si mir erwert:
ich bins an ir gen ade körnen.
Aestas non apparuit
Praeteritis temporibus,
Quae sic clara fuerit.
Ornantur prata floribus,
Aves nunc in silva canunt
Et canendo dulce garriunt.
V. Zum Reigen!
Springe wir den rei gen
nü, vrouwe min,
vröun uns gegen dem m ei gen,
uns kumet sin scià!
der winder, der der beide
tet senede not,
der ist nu zergangen,
sist wunneclich bevangen
von bluomen röt.
Herr von Kürenberg.
VI.
1. Ich zöch mir einen valken
mere danne ein jär.
Dö ich in gezamete,
als ich in weite hän,
Der Falke.
Und ich im sin gevidere
mit gokle wol bewant,
Er huop sich üf vil höhe
und floug in anderiu lant.
0 Die Sacherklärung s. Denkm. II, I. Über die Dichter auch unsere Litg. S. 18ff.
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