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5. Denk' nicht in deiner Drangsalshitze, 
Daß du von Gott verlassen sei'st, 
Und daß der Gott im Schoße sitze, 
Der sich mit stetem Glücke speist: 
Die Folgezeit verändert viel 
Und setzet Jeglichem sein Ziel. _ 
6. Es sind ja Gott sehr schlechte Sachen, 
Und ist dem Höchsten Alles gleich, 
Den Reichen klein und arm zu machen, 
Den Armen aber groß und reich: 
Gott ist der rechte Wundermann, 
Der bald erhöh'n, bald stürzen kann. 
7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, 
Verricht' das Deine nur getreu, 
Und trau' des Himmels reichem Segen, 
So wird er bei dir werden neu; 
Denn welcher seine Zuversicht 
Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 
Johann ScheffLer, 
(Angelus Silesius), geboren 1624 zu Breslau, war 1643 auf der Universität 
zu Straßburg, dann in Holland, hierauf in Padua, 1649 Leibarzt des Herzogs 
von Oels, trat 1653 zur katholischen Kirche über, ward 1664 Hofmarschall des 
Fürstbischofs von Breslau, starb 1677. — Lyrische Gedichte, Sinngedichte, 
(„Cherubinischer Wandersmann"). — „O du Liebe meiner Liebe." „Ich null 
dich lieben, meine Stärke." „Liebe, die du mich zum Bilde." 
19. Ermahnung zur Nachfolge Jesu. 
1. Mir nach! spricht Christus, unser Held, 
Mir nach, ihr Christen alle! 
Verläugnet euch, verlaßt die Welt, 
Folgt meinem Ruf und Schalle, 
Nehmt euer Kreuz und Ungemach 
Aus euch, folgt meinem Wandel nach! 
2. Ich bin das Licht, ich leucht' euch für 
Mit heiligem Tugend-Leben; 
Wer zu mir kommt und folget mir, 
Darf nicht im Finstern schweben; 
Ich bin der Weg, ich weise wohl, 
Wie man wahrhaftig wandeln soll. 
3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, 
Voll Liebe meine Seele; 
Mein Mund der fleußt zu jeder Zeit
	        
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