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gegenden haben Waldtäler und Felspartien viel Anziehendes; gerne
macht man sie dem Wanderer zugänglich, und könnte es auch nur
auf schmalem Pfade geschehen. Den Stellen mit schöner Aussicht
erhält man den Baumschmuck oder sorgt für schattige Anpflanzung
und Plätze. Die Wege, welche den Wald erschließen, legt man
nützlich und möglichst bequem an. Viel besuchten Wegen in der
Nähe der Wohnorte entzieht man nicht plötzlich allen schattenden
Baum wuchs. Freiliegende Wege besetzt man mit gefälligen Holz¬
arten. Nackte Böschungen, Schutthalden und was sonst dem Auge
nicht angenehm, deckt man durch passende Anpflanzung. Einen
schattigen Ruheplatz dankt dir der Wanderer, und wo du eine Quelle
oder den Wassersturz ordnest und mit sinniger Anpflanzung schmückest,
wird die Nachwelt dein Werk bewahren. Geschichtlich anziehende
Punkte zeichne, wo es der Waldbestand erlaubt, durch Pflanzung
auffälliger, edler Holzarten aus, oder erhalte solchen bemerkenswerten
Stätten einige schöne Bäume. Die Ruine, die Klippe, die Felswand,
den schroffen Flußhang, besuchte Schluchten und andere anziehende
Partien beraube nie ihres Baumschmucks. Auf der abzuholzenden
Berghöhe erhalte womöglich einige standhafte Bäume als Wahrzeichen
der ganzen Umgegend. Aussichten und Durchsichten auf schöne Bau¬
werke, auf Denkmäler, Felspartien und sonstige anziehende Punkte,
nicht minder in freundliche Landschaften, gewähren stets großen Ge¬
nuß; mache dergleichen Plätze bemerkbar, befördere ihre Annehm¬
lichkeit und öffne dem Auge das dichte Gezweig.
Auf freien Plätzen stelle rundliche Baumgruppen her, hier Laub¬
holz von wechselndem Grün, dort Nadelholz. Eiche, Buche, Ulme
und Ahorn sind besonders schöne Holzarten für Gruppen, rein oder
gemischt, auch sind sie schön als Einzelbäume oder zu wenigen
Stämmen vereinigt. Tannen und vor allen Fichten formen sich zu
tief herab bezweigten Gruppen. Die Kiefer ist oftmals des Bodens
wegen nicht zu verschmähen, auch sind alte Kiefern mit goldgelben,
gewundenen Asten und schirmförmiger Krone dem Maler will¬
kommene Formen. Das heitere Geschlecht der Birken, Akazien und
Lärchen findet auch seine Stelle. Der Flitter von Pappeln paßt
weniger in schöne Waldbilder, die Pyramidenpappel zumal, dieser
Grenadier unter den Bäumen, gehört nicht in Waldlandschaften,
höchstens stellt man eine oder wenige dieser Säulen auf einen freien Platz.
3. Auch die Tiere des Waldes dürfen nicht übersehen werden.
Die munteren Vögel, die Sänger zumal, ergötzen jeden Waldbesucher,
und zeigt sich gar Wild, so schaut wohl jeder gern dahin, auch wenn
er des Jägers Lust nie gekostet hat. Schütze und hege besonders
die nützlichen Vögel, und den Höhlenbrütern bereite Wohnungen