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bürg. Hier berührt sie in ihrem Laufe auch den Badeort Kosten mit
seinen Salzwerken. Das Thal, welches sie von da ab durchfließt, ge¬
hört zu den lieblichsten Gegenden unseres Vaterlandes. Auf dem Flusse
selbst ist viel Leben und Treiben. Wenn im Februar und März die
Waldbäche vom Schneewasser stark geworden sind, dann werden auf
ihnen Flöße von Holzblöcken fortgeschafft und in die größeren Flüsse
geleitet. Auch die Saale erhält einen Theil davon und trägt sie nach
den an ihren Ufern gelegenen Städten. Der Flößer, welcher die erste
Fahrt im Jahre macht, hat sein Floß mit einer Tanne geschmückt, an
welcher bunte Tücher hängen, die ihm in den am Flusse gelegenen
Gasthäusern geschenkt werden. Im Sommer ist die Saale mehrere
Wochen hindurch mit Scheitholz bedeckt, das ebenfalls aus dem Ge¬
birge kommt und an den Flößplätzen in Weißensels, Merseburg und
Halle aufgefangen wird. — Zwischen fruchtbaren Wiesen und Aeckern,
durch liebliche Berg- und Hügelreihen hindurch setzt der Fluß seinen
Weg weiter fort. Schöner Laubwald bedeckt das Saalthal auf der
einen Seite, wo in stiller Abgeschlossenheit die große Schulanstalt
Pforte liegt, in der viele berühmte Männer unseres Volkes ihre Bil¬
dung erhalten haben. Die Gebäude sind mit Klostermauern umgeben,
über welche sich stattlich die schöne Kirche erhebt. Das gegenüber lie¬
gende Ufer des Flusses umsäumen Bergabhänge, die mit Weinreben
bepflanzt sind. Von diesen Weinbergen aus hat man eine herrliche
Aussicht auf das Thal, durch welches sich die Saale in vielen Krüm-
mungen hindurchwindet. Von hier aus gewinnt die Saale an Wasser¬
reichthum, -indem sie die Unstrut aufnimmt. Nun ist sie ein schiff¬
barer Fluß geworden und kann Kähne mit schweren Lasten tragen.
In ihrem weiteren Lause geht die Saale an der alten Stadt
Naumburg vorüber. Dieselbe liegt auf einer Hochebene ani rechten
Ufer des Flusses. Sie hat eine schöne Domtirche, welche schon über
800 Jahre alt ist. Aus den von der Saale und Unstrut umflossenen
Bergen wird Wein gebaut, der zu dem besten gehört, welcher im Saal-
thal gewonnen wird. Zur Zeit der Weinlese ist in den Bergen rings¬
umher ein fröhliches Leben. Winzer und Winzerinnen sammeln die
Trauben und bringen sie zur Kelter. Weithin verkünden Freudenschüsse
die Lust der Arbeiter; Abends verbreiten Freudenfeuer ihren Schein
über das Thal. — Wenn wir im Saalthale den Weg zwischen Wiesen
und Wäldern fortsetzen, so erblicken wir am rechten Ufer aus steiler
Höhe die Ueberreste der von Ludwig dem Springer erbauten Schön-
burg und unterhalb derselben auf der entgegengesetzten Seite das statt¬
liche Schloß Goseck. Im Thale führt die Eisenbahn auf mehreren
massiven Brücken über den Fluß. Bald gelangt man in nördlicher
Richtung an das Schloß und die Stadt Weißenfels, in deren Nähe
ebenfalls Weinberge angelegt sind. — Von Weißensels aus wird die
Gegend flacher. Eine breite Aue mit geringen Erhebungen umgiebt
den Fluß bis Halle hin. Viele Ortschaften dieser Gegend erinnern
uns an wichtige Ereignisse aus der Geschichte unseres Volkes unt
Vaterlandes. Da, wo der hohe Kirchthnrm von Reichartswerbei
herüberschaut, erlitten die Franzosen in der Schlacht bei Roßbach an
5. November des Jahres 1757 eine schmachvolle Niederlage. Ar
Wege nach Leipzig hin, bei Großgörschen, ist das Schlachtfeld, an